Am Samstag, den 20. September 2025, feiert die Bühnenfassung von „Festen“ in der Bearbeitung von Bo hr. Hansen nach dem Drehbuch von Thomas Vinterberg und Mogens Rukov Premiere am Opernhaus. Die deutsche Übersetzung stammt von Renate Bleibtreu. Beginn der Aufführung ist um 19.30 Uhr.
Familienfeier mit Abgründen
Im Zentrum der Handlung steht der 60. Geburtstag von Helge, Familienoberhaupt und Hotelbesitzer. Anlass genug für ein großes Fest im ehemaligen Familiensitz. Die Verwandtschaft reist an, es kommt zu einem Wiedersehen, das von Freude, vertrauten Sticheleien und der noch spürbaren Trauer um die verstorbene Tochter Linda geprägt ist. Doch während das Fest seinen Lauf nimmt, geraten die Ereignisse aus der Bahn. Lindas Zwillingsbruder Christian bricht das Schweigen und deckt ein lange verborgenes Familiengeheimnis auf. Die brüchige Harmonie schlägt in eine Konfrontation um, die das Fundament der familiären Beziehungen erschüttert.
Filmgeschichte und Theatertradition
Die Vorlage für das Stück geht auf den gleichnamigen Film „Festen“ zurück, der 1998 als erstes Werk nach den Regeln des von Thomas Vinterberg und Lars von Trier begründeten Manifests „Dogma 95“ entstand. Dieses „Keuschheitsgelübde“ formulierte ein strenges Regelwerk, das sich bewusst gegen die zunehmende Entfremdung des Kinos von der Wirklichkeit richtete. „Festen“ wurde vielfach ausgezeichnet und gilt bis heute als Meilenstein moderner Filmgeschichte. Die Theaterfassung erlebte im Jahr 2000 ihre Uraufführung in Dresden. Seither wurde sie international an zahlreichen Bühnen aufgeführt, unter anderem in London und am Broadway.
Inszenierung mit Intensität
Die aktuelle Produktion in Wuppertal legt den Schwerpunkt auf die unmittelbare Wirkung des Stoffes. Auf psychologische Beschönigungen wird bewusst verzichtet, wodurch die schonungslose Dynamik der Geschichte in den Vordergrund tritt. Die Aufführung bewegt sich in einem Spannungsfeld aus dramatischer Zuspitzung und feinem Humor. Die Darsteller zeigen in dieser Konstellation Höchstleistungen, die das Publikum in eine ständige Bewegung zwischen Mitgefühl und Beklemmung versetzen.
Sensible Inhalte
Die Thematik von „Das Fest“ ist von hoher emotionaler und psychologischer Wucht. Die Auseinandersetzung mit familiären Traumata und verdrängten Wahrheiten kann für Zuschauer herausfordernd sein. Das Opernhaus weist daher im Vorfeld auf sensible Inhalte und starke emotionale Reize hin.
Premiere von „Das Fest“ am Opernhaus
{{count}} Kommentare aus unserer App. Hier kostenlos downloaden.
{{comment.user.name}}
{{comment.text}}