Mit der Komödie „Drei Männer im Schnee“ nach dem gleichnamigen Roman von Erich Kästner beendet das Wuppertaler Schauspiel seine Spielzeit im Theater am Engelsgarten. Die Inszenierung von Roland Riebeling verbindet klassischen Verwechslungshumor mit hohem schauspielerischem Tempo und sorgt über mehr als zwei Stunden für abwechslungsreiche Unterhaltung.
Im Mittelpunkt der Handlung steht ein wohlhabender Unternehmer, der inkognito einen Hotelaufenthalt antritt, den er bei einem Preisausschreiben selbst ausgelobt hat. Während sein Diener die Rolle des Millionärs übernimmt, wird ein tatsächlich mittelloser Gewinner irrtümlich für einen reichen Gast gehalten. Aus diesem Rollentausch entwickelt sich eine Reihe von Missverständnissen, die durch das Verhalten des Hotelpersonals, weitere Hotelgäste und das überraschende Auftauchen der Tochter des Unternehmers zusätzlich an Dynamik gewinnen.
Musikalische Einlagen ergänzen die Inszenierung. Silvia Munzón López und Julia Meier setzen mit ihren Gesangsauftritten zusätzliche Akzente, wobei insbesondere der Schlager „Egon“ nostalgisches Flair auf die Bühne bringt. Auch eine Liebesgeschichte gehört zum Handlungsverlauf und fügt sich in die klassische Komödienstruktur ein.
Besonders hervorgehoben wird das geschlossene Auftreten des Ensembles. Thomas Braus, Paula Püschel, Hendrik Vogt, Kevin Wilke, Alexander Peiler, Stefan Walz, Silvia Munzón López und Julia Meier überzeugen mit einer ausgewogenen Ensembleleistung, ohne dass einzelne Darsteller deutlich herausragen. Die sichtbare Spielfreude und das präzise Zusammenspiel tragen maßgeblich zum Erfolg der Aufführung bei.
Abgerundet wird die Produktion durch das Bühnenbild von Lydia Merkel sowie die detailreichen Kostüme von Silke Rekort, die sich stilistisch an der Mode der 1950er Jahre orientieren und das Geschehen wirkungsvoll unterstützen.
Lediglich die über Videoprojektionen vermittelte Gegenüberstellung von Erwachsensein und kindlicher Unbeschwertheit wirkt stellenweise entbehrlich. Dieser kleine Einwand schmälert den insgesamt überzeugenden Eindruck der Inszenierung jedoch kaum.
Gelungener Saisonabschluss: Wuppertaler Schauspiel begeistert mit „Drei Männer im Schnee“
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