Wuppertal. Nach dem offiziellen Abschluss der Korridorsanierung auf der Bahnstrecke zwischen Hagen, Wuppertal und Köln bleibt die Lage für Reisende angespannt. Zusätzliche technische Schäden und weitere Bauarbeiten führen zu Zugausfällen, Verspätungen und Umleitungen.
Seit Freitagabend verkehren Fern-, Regional- und Güterzüge wieder auf der sanierten Strecke. Der S-Bahn-Verkehr bleibt dagegen bis zum 7. August eingeschränkt, da weiterhin Arbeiten vor allem an Bahnhöfen stattfinden. Diese Maßnahmen sind nicht Teil der abgeschlossenen Korridorsanierung.
Bereits zur Wiederinbetriebnahme war mit vorübergehenden Störungen gerechnet worden. Nach Angaben des Fahrgastinformationsportals zuginfo.nrw beeinträchtigen Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Bauarbeiten unter anderem die Linien RE4, RE7, RE13 und RB48. Die Einschränkungen könnten bis Montagmorgen andauern. Auch die Reiseauskunft der Deutschen Bahn weist zahlreiche Ausfälle und Verspätungen aus.
Oberleitungsschaden zwischen Hauptbahnhof und Oberbarmen
Am Samstag sorgte eine beschädigte Oberleitung zwischen dem Wuppertaler Hauptbahnhof und Oberbarmen für zusätzliche Behinderungen. Die Störung konnte nach Angaben der Deutschen Bahn gegen 16 Uhr behoben werden. Anschließend sollte sich der Zugverkehr schrittweise stabilisieren.
Weitere Auswirkungen hatte eine Streckensperrung zwischen Düsseldorf und Köln infolge eines Brandes. Dadurch wurden die ohnehin bestehenden Einschränkungen im regionalen Bahnverkehr zusätzlich verschärft.
Brückenschaden bei Opladen schränkt Kapazität ein
Ein weiteres Problem betrifft die Verbindung zwischen Wuppertal und Köln. Bei einer routinemäßigen Kontrolle wurde in Opladen bei Leverkusen ein Schaden an einem tragenden Bauteil einer Eisenbahnbrücke festgestellt. Aus Sicherheitsgründen ist eines der beiden Gleise gesperrt.
Züge können die Strecke weiterhin befahren, allerdings nur mit eingeschränkter Kapazität. Einzelne Verbindungen in Richtung Köln werden nach Angaben der Reiseauskunft über Düsseldorf umgeleitet.
Wie umfangreich die notwendigen Reparaturen sein werden und wie lange die Einschränkungen dauern, ist bislang nicht absehbar. Die betroffene Brücke war während der Korridorsanierung nicht erneuert worden. Nach Angaben der Bahn hatten frühere Kontrollen, zuletzt Ende 2025, keine entsprechenden Schäden ergeben. Im Rahmen der Generalsanierung wurden vier der insgesamt 89 Brücken entlang der Strecke instand gesetzt.
Fahrgäste berichten von langen Verzögerungen
Für zahlreiche Reisende blieb die Bahnfahrt auch am Samstag mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Eine Reisende aus Richtung Neuss erreichte Wuppertal nach mehreren Zugausfällen mit rund eineinhalb Stunden Verspätung. Auch die geplante Rückfahrt war von weiteren Ausfällen betroffen. Sie kritisierte insbesondere die aus ihrer Sicht unzureichende Kommunikation und lückenhafte Information der Fahrgäste.
Ein weiterer Fahrgast wartete rund 45 Minuten auf eine Verbindung nach Köln. Bereits am Freitagabend hatte seine Fahrt vom Kölner Hauptbahnhof nach Wuppertal-Unterbarmen etwa drei Stunden gedauert, nachdem er zeitweise in Wuppertal-Vohwinkel festsaß. Den während der Bauarbeiten eingesetzten Ersatzverkehr bewertete er dagegen positiv und hob insbesondere die regelmäßigen und zuverlässigen Verbindungen hervor.
Auch Reisende mit längeren Anschlussfahrten planten zusätzliche Zeit ein. Eine Professorin für Ensembleleitung und Dirigentin des Orchesters an der Hochschule für Musik und Tanz in Wuppertal trat ihre Fahrt nach Leipzig vorsorglich rund zwei Stunden früher an. Angesichts der zahlreichen Störungen sei derzeit nur schwer kalkulierbar, wann und über welche Verbindung das Ziel erreicht werden könne. Positiv bewertete sie hingegen die Veränderungen am Bahnhof nach den Bauarbeiten.
Neue Schäden sorgen für weitere Einschränkungen im Bahnverkehr rund um Wuppertal
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