Henri Wagner und Nino Schneyer aus Wuppertal haben eine außergewöhnliche Bergtour durch die Alpen abgeschlossen. Ihr Vorhaben: die höchsten Gipfel der sieben Alpenländer zu besteigen und die Strecken dazwischen mit dem Fahrrad zurückzulegen. Auf technische Hilfsmittel wollten die beiden Studenten weitgehend verzichten.
Vier Wochen waren Wagner und Schneyer für das Projekt unterwegs. Insgesamt kamen dabei sechs Gipfel und rund 1.270 Kilometer auf dem Fahrrad zusammen. Den Abschluss bildete der Triglav in Slowenien, der mit 2.864 Metern höchste Berg des Landes.
Mont Blanc als Höhepunkt der Tour
Zu den anspruchsvollsten Etappen gehörte die Besteigung des Mont Blanc. Gegen 0.30 Uhr brachen Wagner und Schneyer gemeinsam mit weiteren Bergsteigern auf. Der 4.805 Meter hohe Gipfel ist der höchste Berg der Alpen und Frankreichs. Die Route führte unter anderem durch Bereiche mit Gletscherspalten und steilen Abbrüchen.
Während der nächtlichen Besteigung kehrten zwei Teilnehmer um. Wagner und Schneyer setzten ihren Aufstieg fort und erreichten rund sieben Stunden nach dem Start den Gipfel. Nach dem Abstieg lagen noch etwa 3.000 Höhenmeter bis ins Tal vor ihnen.
Viel Zeit zur Erholung blieb nicht. Noch am selben Tag ging es mit dem Fahrrad weiter über den San-Bernardino-Pass in Richtung Schweiz. Von dort führte die Route nach Zermatt und weiter zur Dufourspitze, dem höchsten Berg der Schweiz.
Mit dem Fahrrad von Gipfel zu Gipfel
Das Konzept der Tour orientierte sich am Prinzip des sogenannten „Fair Means“. Die beiden wollten die Alpen möglichst unmittelbar erleben und die Höhenmeter ohne motorisierte Unterstützung bewältigen. Zwischen den Bergbesteigungen nutzten sie deshalb das Fahrrad.
Die Tour war über Monate vorbereitet worden. Zum Auftakt war die Gruppe noch zu viert, im Verlauf der Reise änderte sich die Zusammensetzung mehrfach. Einige Teilnehmer stiegen aus, andere kamen hinzu.
Neben den anspruchsvollen Viertausendern gehörten auch weniger bekannte Gipfel zum Programm. Der Vorder Grauspitz in Liechtenstein beeindruckte durch seine abgelegene und ruhige Lage. Auf der Zugspitze erschwerte Regen die Bedingungen. Weitere Abschnitte führten mit dem Fahrrad über den Brenner. Auch am Großglockner mussten die Bergsteiger mit großem Andrang auf dem Gipfel umgehen.
Film dokumentiert die Reise
Für Motivation sorgten nach Angaben der beiden nicht nur die großen Gipfelerfolge. Auch die ruhigen Momente in den Bergen und die langen Fahrradetappen wurden zu prägenden Teilen der Reise.
Nino Schneyer studiert Medientechnik und dokumentierte die gesamte Tour mit der Kamera. Aus dem Material entstand der Film „Project Green 7“. Die Produktion wird inzwischen auf einschlägigen Festivals gezeigt.
Für Henri Wagner ist das Bergsteigen auch familiär mit dem Filmgeschäft verbunden. Sein Vater Frank Lange arbeitet als Kameramann beim WDR. Für ihn ist der Erfolg seines Sohnes daher nicht nur aus bergsteigerischer Sicht ein besonderer Anlass.
Wuppertaler Bergsteiger bewältigen sieben Alpengipfel aus eigener Kraft
Photo by Ricardo Gomez Angel on Unsplash
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