Wuppertal. Die Haltung wild lebender Tiere in Zoos wird kontrovers diskutiert. Auch vor dem Grünen Zoo Wuppertal gibt es immer wieder Proteste. Zoodirektor Arne Lawrenz setzt dem eine moderne Auffassung von Tierhaltung und Artenschutz entgegen. Bei einem Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Offene Abende“ in der Johanneskirche erläuterte der Tierarzt, welche Aufgaben der Zoo heute übernimmt.
Der Wuppertaler Zoo zählt zu den ältesten zoologischen Gärten Deutschlands und beherbergt rund 300 Tierarten. Eine besondere Rolle spielt die Einrichtung auch in internationalen Zuchtprogrammen: Für sechs Arten werden in Wuppertal die weltweiten Zuchtbücher geführt, darunter für Elefanten. Forschung, Zucht und der Schutz bedrohter Arten gehören damit zu den zentralen Aufgaben des Zoos.
Aras als Beispiel für erfolgreichen Artenschutz
Wie solche Programme funktionieren können, zeigt die Haltung der Hyazinth-Aras in der Anlage „Aralandia“. Die europaweit besondere Voliere ermöglicht es den Tieren, ihre Partner selbst auszuwählen. Dadurch konnten die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Fortpflanzung verbessert werden. Der Zoo beteiligt sich damit am Erhalt einer gefährdeten Vogelart und plant langfristig, bis zu 100 in Wuppertal gezüchtete Hyazinth-Aras auszuwildern.
Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem sogenannten Ex-situ-Artenschutz, also dem Erhalt von Tierarten außerhalb ihrer natürlichen Lebensräume. Ergänzend unterstützt der Zoo-Verein Wuppertal Projekte zum In-situ-Schutz. Dabei geht es um den Erhalt gefährdeter Arten und ihrer Lebensräume in den jeweiligen Herkunftsregionen. Zu den unterstützten Projekten gehören unter anderem Vorhaben der Loro Parque Fundación in Südamerika zum Schutz von Aras.
Größere Anlage für die Elefanten geplant
Eine zentrale Zukunftsaufgabe sieht Lawrenz in der Erweiterung der Elefantenanlage. Die derzeit rund 3000 Quadratmeter große Fläche soll bis 2031 auf etwa 20.000 Quadratmeter wachsen. Die Finanzierung soll nach den bisherigen Planungen aus städtischen Mitteln und einer Unterstützung durch den Zoo-Verein Wuppertal erfolgen. Die genannten Kosten belaufen sich auf 30.000 Euro.
Nach Einschätzung des Zoodirektors ist die Erweiterung notwendig, um die Elefanten auch künftig unter angemessenen Bedingungen halten zu können. Gleichzeitig steht der Zoo wegen der grundsätzlichen Frage, ob Wildtiere überhaupt in menschlicher Obhut gehalten werden sollten, in der Kritik.
Lawrenz sieht in der öffentlichen Debatte vor allem Bedarf an einem offenen Austausch über die unterschiedlichen Positionen zur modernen Tierhaltung und zum Artenschutz.
Wuppertaler Zoo setzt auf modernen Artenschutz
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