Der Protest gegen die Überlegungen der Deutschen Bahn die Anzahl der ICE-Halte in Wuppertal etwa zu halbieren, ist in der Vorstandsetage des bundeseigenen Unternehmens angekommen. Der Wuppertaler SPD-Bundestagsabgeordnete Helge Lindh hat gemeinsam mit seinem Abgeordnetenkollegen René Röspel (SPD) aus Hagen, das ebenfalls von der Ausdünnung betroffen wäre, ein Gespräch mit den Bahn-Vorständen Pofalla und Lübberink geführt. Beide Politiker forderten darin die Bahn nachdrücklich auf, die ICE-Verbindung nach Berlin nicht zu reduzieren. Bahnvorstand Ronald Pofalla, ehemaliger CDU-MdB und Bundesminister, habe gesagt, die Entscheidung sei noch nicht gefallen, berichtet Lindh. Die Bahn suche derzeit nach akzeptablen Alternativen. Grundsätzlich beabsichtige man für die Strecke Köln – Berlin eine Erweiterung des ICE-Bahnverkehrs. Pofalla und Lübberink bestätigten in diesem Zusammenhang Planungen eines ICE-Sprinters auf der Strecke Köln-Berlin. Ein entsprechender Zielfahrplan werde allerdings erst im Sommer präsentiert. Die Entscheidungsfindung soll dabei von einem breiten gesellschaftlichen Dialogprozess begleitet werden. Handlungsbedarf sieht der Bahn-Vorstand aufgrund der hohen Auslastung auch auf der Linie 10 Berlin – Koblenz via Hamm/Hagen/Wuppertal. Kritisch beobachtet wird hier insbesondere der mit der Zugteilung in Hamm einhergehende Zeitaufwand.

Helge Lindh: „Eine halbe Stunde weniger Fahrzeit für einige Rheinländer auf der Strecke von Köln nach Berlin darf auf keinen Fall dazu führen, dass der ICE nur noch alle zwei Stunden in Wuppertal und Hagen hält und halb Westfalen abhängt.“

Zufrieden sind die beiden Politiker indes mit der doch eher vagen Aussage der Bahn-Vorstände nicht. Zwar sei ein „Problembewusstsein“ zu erkennen, die Gefahr der Kürzung sei aber weiter gegeben. „Die Ankündigung, an adäquaten Lösungen zu arbeiten, genügt uns aber nicht“, stellen die SPD-Abgeordneten fest, „wir haben dem Bahnvorstand deutlich gemacht, dass wir eine zwei Stunden-Taktung ablehnen und uns einer Verschlechterung der Anbindung entschieden entgegenstellen werden.“