Wuppertal. Der 75. Jahrestag des legendären Sturzes der Elefantendame Tuffi aus der Wuppertaler Schwebebahn hat bundesweit mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Zahlreiche Fernsehsender, Printmedien und Fachzeitschriften griffen das historische Ereignis erneut auf und verknüpften es mit zeitgeschichtlichen, technischen und ethischen Perspektiven.
Breite Berichterstattung im Fernsehen und in der Presse
Fernsehsender wie das ZDF, der WDR, NTV und RTL thematisierten das Jubiläum in verschiedenen Formaten. Während beim ZDF insbesondere Fragen des Tierschutzes im Zentrum standen und die damalige Zirkusaktion aus heutiger Sicht als unvorstellbar bewertet wurde, hob RTL vor allem die kulturelle Bedeutung Tuffis hervor. NTV erinnerte an den Gedenkstein in Form eines Elefanten, der an der Absturzstelle in der Wupper aufgestellt ist.
Auch überregionale Printmedien wie die Zeit und die Süddeutsche Zeitung berichteten über den Jahrestag. Besonderes Interesse galt einem historischen Fotoalbum der Zirkusfamilie Althoff, das kürzlich an das Wuppertaler Schwebodrom übergeben wurde. Die Sammlung dokumentiert unter anderem Tuffis Zeit im Zirkus nach dem Vorfall.
Technik, Mythos und historische Dokumente
Die Fachzeitschrift Ingenieur.de betrachtete den Vorfall aus technischer Perspektive. Neben Details zu den damaligen Schwebebahnmodellen wurde auch auf die mutmaßlichen Ursachen für Tuffis Panik eingegangen. Demnach könnte das typische Schaukeln der Waggons im Fahrbetrieb den Elefanten erschreckt haben. Das Magazin bezeichnete den Vorfall als ein historisches Medienereignis mit bis heute anhaltender öffentlicher Wirkung.
Die Zeitschrift GEO stellte in einem Beitrag auf Basis eines Agenturtextes auch kritische Fragen zur historischen Darstellung des Sturzes. So wird die Authentizität der bekannten Fotomontage in Zweifel gezogen. Zudem existieren offenbar keine dokumentierten Belege der Wuppertaler Stadtwerke über den beschädigten Waggon. Das Landesarchiv in Duisburg führt eine Akte der Wuppertaler Staatsanwaltschaft, aus der hervorgeht, dass Tuffi durch ein zerstörtes Seitenfenster aus dem Wagen sprang. Die genaue Ursache ihrer Panik konnte jedoch nie abschließend geklärt werden.
Tuffis Nachwirkung im Stadtbild und darüber hinaus
Tuffi bleibt bis heute ein fest verankerter Bestandteil der lokalen Erinnerungskultur. Eine Bronzestatue auf dem Barmer Werth erinnert an die kleine Elefantendame, ebenso eine Installation im LVR-Industriemuseum in Oberhausen. Dort ist eine weitere Skulptur in Kombination mit einem rekonstruierten Schwebebahngerüst ausgestellt. Auch im Wuppertaler Zoo trägt eine junge Elefantenkuh den traditionsreichen Namen – eine Fahrt mit der Schwebebahn wird sie allerdings nicht antreten.
75 Jahre Tuffi: Elefantensturz rückt Wuppertal in den medialen Fokus
Auch der legendäre Sprung der Elefantendame Tuffi schaffte es auf eines der Shirts