Wuppertal. Im Grünen Zoo Wuppertal bleibt der erhoffte Nachwuchs bei den Karpatenluchsen bislang aus. Das erst vor wenigen Wochen zusammengestellte Paar zeigt trotz beginnender Paarungszeit bislang kein entsprechendes Verhalten.
Die beiden Tiere, das Männchen Viktor und das Weibchen Missy, teilen sich seit Kurzem ein gemeinsames Gehege. Ziel der Zusammenführung ist die Zucht im Rahmen eines europäischen Programms zur Arterhaltung. Nach Angaben des Zoos wurden bisher jedoch keine Paarungsversuche beobachtet, was bei den Verantwortlichen für Aufmerksamkeit sorgt.
Als mögliche Ursache gilt unter anderem das Alter des Katers. Mit zwei Jahren könnte Viktor noch nicht vollständig geschlechtsreif oder erfahren genug sein, um sich fortzupflanzen. Es wird erwartet, dass sich dies möglicherweise erst im kommenden Jahr ändert. Ebenso wird in Betracht gezogen, dass die Tiere noch Zeit benötigen, um sich aneinander zu gewöhnen.
Viktor stammt aus dem Tierpark Bern und soll langfristig eine wichtige Rolle bei der Wiederansiedlung der Art in Nordrhein-Westfalen spielen. Missy ist sieben Jahre alt und wurde Anfang des Jahres aus dem Wildpark Reuschenberg nach Wuppertal gebracht.
Der Karpatenluchs ist eine Unterart des Eurasischen Luchses, der als größte in Europa lebende Wildkatze gilt. Obwohl die Unterart global nicht als unmittelbar vom Aussterben bedroht eingestuft wird, sind die Bestände in Europa durch Wilderei, fragmentierte Lebensräume und eine eingeschränkte genetische Vielfalt erheblich gefährdet.
In Nordrhein-Westfalen verschwand der Luchs bereits im 18. Jahrhundert aus der freien Wildbahn; der letzte Nachweis datiert auf das Jahr 1745. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts galt die Art in ganz Deutschland als ausgerottet.
Durch Wiederansiedlungsprojekte konnten sich in den vergangenen Jahrzehnten wieder Populationen im Bayerischen Wald, im Harz und im Pfälzerwald etablieren. Perspektivisch soll der Luchs auch nach Nordrhein-Westfalen zurückkehren. Der Nachwuchs des Wuppertaler Paares könnte dabei künftig entweder zur weiteren Zucht in zoologischen Einrichtungen oder zur Auswilderung eingesetzt werden.
Ausbleibender Nachwuchs bei Luchsen im Wuppertaler Zoo
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