Es hört sich ein wenig an wie „Barmer Erklärung“. Doch bei der „Burger Resolution“ geht es nicht um das theologische Fundament der Bekennenden Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus, sondern um den Erhalt der Jugendherberger oberhalb von Schloss Burg, das im gemeinsamen Eigentum der Städte Wuppertal, Remscheid und Solingen steht.

Burg hat Zukunftspotenzial

Gerade werden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an der vorgenommen, die die touristische Bedeutung von Schloss Burg weiter steigern sollen. Rund 170.000 Besucher kommen bisher jährlich in den Solinger Ortsteil. Da wäre es kontraproduktiv, die nur wenige hundert Meter von der im 19. Jahrhundert rekonstruierten Burganlage der Grafen von Berg entfernt liegende Jugendherberge mit ihren 118 Betten zu schließen. Das meinen jedenfalls Parlamentarier aus den drei Städten, darunter Jürgen Hardt, der Bundestagsabgeordnete für Wuppertal II, Remscheid und Solingen, sowie die Oberbürgermeister von Solingen und Remscheid und der Bürgermeister von Wermelskirchen. „Weil Burg Zukunftspotenzial hat: Die Jugendherberge in Solingen-Burg muss erhalten werden!“ lautet die Überschrift einer offiziellen Erklärung, die am Freitag (2. Februar) von Solingens OB Tim Kurzbach und Remscheider sowie Solinger Landtagsabgeordneten, darunter Josef Neumann (SPD) unterschrieben wurde. Zuvor war die Erklärung im Umlaufverfahren bereits von Jürgen Hardt, Remscheids OB Burkhardt Mast-Weisz und dem Wermelskirchener Bürgermeister Rainer Bleek sowie weiteren Landtagsabgeordneten unterzeichnet worden.

50 Millionen Euro Gesamtinvestitionen

Adressat der „Burger Resolution“ ist das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) in Düsseldorf. Sie fasst knapp die Argumente zusammen, die für den Erhalt des Jugendherbergsstandorts Solingen-Burg sprechen und soll die DJH-Verantwortlichen dazu bewegen, ihren Beschluss, den Standort Burg zu schließen, noch einmal zu überdenken. Denn inzwischen haben die Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten in dem bergischen Grafenstädtchen Fahrt aufgenommen. 50 Millionen Euro werden von Bund, Land und Kommunen in den nächsten Jahren in den Stadtteil an der Wupper und in die Burg investiert.