Engagement für das Damwild im Barmer Nordpark

Daniel H/CCA


Im Wildgehege des Barmer Nordparks übernimmt Klaus Schlüter seit vielen Jahren die Verantwortung für die dort lebende Damwildpopulation. Das 3,3 Hektar große Areal besteht seit Anfang der 1950er-Jahre und wird seit 1955 vom Nordstädter Bürgerverein betreut. Aktuell leben in dem Gehege 14 Tiere, darunter zwei Hirsche, neun weibliche Tiere sowie drei Jungtiere aus dem vergangenen Jahr.
Klaus Schlüter gehört dem Betreuungsteam seit 2007 an und ist seit 2013 für das Gehege verantwortlich. Der ausgebildete Kfz-Meister verfügt über eine jagdliche Ausbildung und hat alle erforderlichen Fortbildungen zur Betreuung eines Wildgeheges absolviert. Insbesondere in den Wintermonaten ist er nahezu täglich vor Ort, um die Versorgung der Tiere sicherzustellen.
Die Fütterung erfolgt artgerecht. Das Damwild ernährt sich überwiegend von Gras, im Winter wird ergänzend Heu bereitgestellt. Zusätzlich erhalten die Tiere in begrenztem Umfang Mais, Möhren und Pressfutterpellets. Die regelmäßige Nutzung der Futterstellen zeigt, dass das Angebot angenommen wird. Die Versorgung wird fortlaufend vom Veterinäramt kontrolliert. Auch die Wasserversorgung ist gewährleistet: Neben Tränken stehen ein Wasserfass sowie ein natürlicher Bachlauf zur Verfügung. Ein kürzlich verendetes Tier starb altersbedingt und nicht infolge von Mangelernährung.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Umweltbildung. Regelmäßig besuchen Kindergruppen aus der Nachbarschaft das Gehege. Ihnen wird anschaulich vermittelt, wie Damwild lebt, wie sich das Geweih entwickelt und welche Besonderheiten Wiederkäuer auszeichnen. Darüber hinaus werden Kenntnisse über Vögel, Insekten und ökologische Zusammenhänge vermittelt.
Für diese Bildungsarbeit steht im angrenzenden Waldhaus umfangreiches Anschauungsmaterial bereit. Lehrtafeln, Broschüren, Becherlupen sowie robuste Tiermodelle ermöglichen eine altersgerechte Wissensvermittlung. Aus Gründen der Sicherheit und Haltbarkeit werden keine ausgestopften Tiere mehr eingesetzt. Unter Anleitung dürfen Kinder den Tieren geeignetes Futter durch den Zaun reichen, wodurch ein direkter Kontakt zur Natur ermöglicht wird.
Immer wieder kommt es jedoch zu Problemen durch falsches Füttern seitens der Besucher. Trotz Hinweisen werden vereinzelt ungeeignete Lebensmittel wie Brot oder stark verarbeitete Speisen an die Tiere verfüttert. Auch bestimmte Pflanzen in unmittelbarer Nähe des Zauns können für das Damwild schädlich sein. Da ein früherer Futterautomat mehrfach beschädigt wurde, ist dieser außer Betrieb. Stattdessen weisen nun Schilder am Zaun auf das Fütterungsverbot hin, um die Gesundheit der Tiere zu schützen.
Herausforderungen bestehen zudem bei der Instandhaltung des Geheges. Durch Wasserzuflüsse aus einem städtischen Speicher kommt es entlang des Zauns zu Bodenausspülungen, wodurch der Zaun nicht mehr überall bodennah abschließt. Ehrenamtliche Helfer des Bürgervereins sichern diese Stellen regelmäßig provisorisch. Eine größere Aufschüttung innerhalb des Geheges ist zugesagt, um den Boden dauerhaft zu stabilisieren und Verletzungsrisiken für die Tiere zu verringern.
Ergänzend zur täglichen Betreuung organisiert der Nordstädter Bürgerverein regelmäßig Veranstaltungen für Familien. Die jährliche Kinderrallye findet in diesem Jahr am 17. Mai statt und bietet neben Informationen zum Wildgehege weitere naturkundliche Angebote, darunter Vorführungen einer Falknerei.

Das könnte Dich auch interessieren

Senior verliert Schmuck und Bargeld an Telefonbetrüger

Hochkarätiger Comedy-Abend im Barmer Bahnhof

Beschädigte Busscheibe auf der Briller Straße – Polizei sucht Zeugen