Fahrradinitiative unterstützt Bedürftige mit aufbereiteten Rädern

Dietmar Rabich/CCA



Osteraktion markiert Start in die neue Saison

Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit nimmt die Fahrrad-AG der Flüchtlingshilfe Wuppertal-West ihre Arbeit wieder auf. Den Auftakt bildet eine Osteraktion am 2. April: Im Innenhof des Übergangsheims an der Edith-Stein-Straße werden zwischen 15 und 18 Uhr instand gesetzte Fahrräder gegen eine geringe Spende abgegeben. Ergänzend stehen weitere Räder kostenfrei zur Verfügung.

Die Initiative reagiert damit auf die steigenden Mobilitätskosten, die sich nicht nur bei Kraftstoffen, sondern auch im Fahrradmarkt bemerkbar machen. Sowohl neue als auch gebrauchte Modelle sind in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden, was insbesondere Menschen mit geringem Einkommen belastet. Die Fahrrad-AG setzt genau an diesem Punkt an, indem sie gespendete Räder sammelt, aufarbeitet und anschließend weitergibt.

Langjähriges Engagement mit wachsender Wirkung

Die Bilanz der vergangenen Jahre verdeutlicht die Bedeutung des Projekts. Seit rund einem Jahrzehnt konnten mehr als 1250 Fahrräder gesammelt werden. Ein Großteil davon wurde gemeinsam mit Bewohnern des Übergangsheims instand gesetzt. Etwa 1000 Räder wurden anschließend an Geflüchtete und andere Bedürftige vermittelt.

Nach der Winterpause läuft der Betrieb in der Werkstatt wieder auf Hochtouren. Der anhaltende Trend zu E-Bikes kommt der Initiative dabei indirekt zugute: Viele Besitzer trennen sich nach Neuanschaffungen von ihren herkömmlichen Fahrrädern, die anschließend gespendet werden. Die Fahrrad-AG konzentriert sich weiterhin auf klassische Modelle, auch wenn vereinzelt Nachfrage nach elektrisch unterstützten Rädern besteht.

Vernetzung und ergänzende Angebote

Inzwischen arbeitet die Gruppe eng mit weiteren Fahrradinitiativen zusammen und ist regional gut vernetzt. Darüber hinaus unterstützt sie den Verein Wuppervital, insbesondere bei Fahrradtrainings, indem sie Material zur Verfügung stellt.

Neben der Fahrradarbeit engagiert sich die Flüchtlingshilfe Wuppertal-West auch in anderen Bereichen. Sprachkurse bilden einen zentralen Bestandteil des Angebots und sind durchgehend ausgelastet, wobei insbesondere Geflüchtete aus der Ukraine stark vertreten sind.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Zusammenarbeit mit der Stadt im Rahmen des Projekts „Lern-Räume“. Dieses richtet sich an Kinder und Jugendliche ohne festen Schulplatz und bietet Übergangsunterricht mit Fokus auf grundlegende Deutschkenntnisse und Alltagsorientierung. Die Flüchtlingshilfe übernimmt hierbei organisatorische Aufgaben und unterstützt bei der Bereitstellung von Lernmaterialien.

Hintergrund: steigende Flüchtlingszahlen

Die Flüchtlingshilfe Wuppertal-West entstand 2015 im Zuge des syrischen Bürgerkriegs und gehört zu den frühen zivilgesellschaftlichen Initiativen in der Stadt. Seither hat die Zahl der Geflüchteten in Wuppertal deutlich zugenommen. Zwischen 2015 und 2023 stieg sie von knapp 4900 auf rund 19.500 Personen. Ihr Anteil an der ausländischen Bevölkerung erhöhte sich entsprechend deutlich. Aktuell leben mehrere tausend Menschen aus der Ukraine in der Stadt.

Vor diesem Hintergrund bleibt der Bedarf an niedrigschwelligen Unterstützungsangeboten hoch. Projekte wie die Fahrrad-AG leisten einen konkreten Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe, indem sie Mobilität für Menschen mit eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten sichern.

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