Flashmob in Wuppertal setzt Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Wtotal/CCA



Vor dem Barmer Rathaus haben am Samstagvormittag Vertreterinnen der drei Wuppertaler Soroptimist-Clubs Bergisch Land, Toelleturm und Wuppertal ein weithin sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt. Die Teilnehmerinnen trafen sich am Kirchenbüdchen des Barmer Weihnachtsmarkts, um im Rahmen der internationalen Aktionstage eine öffentlichkeitswirksame Kundgebung zu organisieren. Die Initiative orientiert sich an der weltweiten UN-Kampagne „Orange the World“, die jährlich im November auf die weltweite Gewalt gegen Frauen aufmerksam macht und die Farbe Orange als Symbol für eine Zukunft ohne Gewalt nutzt.

Etwa 50 Frauen und drei Männer versammelten sich für die Aktion, überwiegend in orangefarbener Kleidung und mit Schirmen in derselben Signalfarbe ausgestattet. Unter der Leitung von Eva Klempert bewegte sich die Gruppe zum Rathausvorplatz, wo sie nahe dem Treppenaufgang eine Formation bildete, die den Umrissen des Spiegels der Aphrodite nachempfunden war. Dieses Symbol steht in der Mythologie für Weiblichkeit und sollte hier als Ausdruck der Solidarität mit betroffenen Frauen dienen. Die Präsidentinnen der drei Wuppertaler Clubs machten deutlich, dass die Aktion dazu beitragen solle, geschlechtsspezifische Gewalt einzudämmen und Opferzahlen nachhaltig zu senken. Zudem verwiesen sie auf die Bedeutung gesetzlicher und gesellschaftlicher Maßnahmen, die bundesweit und auf europäischer Ebene verfolgt werden.

Weltweites Netzwerk für bessere Lebensbedingungen von Frauen und Mädchen

Soroptimist International zählt heute mehr als 74.000 Mitglieder in rund 3000 Clubs weltweit. Die Organisation wurde 1921 im kalifornischen Oakland gegründet; der erste deutsche Club entstand 1930 in Berlin. Der Name „Soroptimist“, abgeleitet aus dem Lateinischen, bedeutet „Beste Schwestern“ – ein Leitgedanke, der den Anspruch beschreibt, sich in Beruf und Alltag für faire Lebensbedingungen und Chancen einzusetzen.

Zentrale Anliegen der Bewegung sind seit jeher der Zugang zu Bildung, die berufliche Qualifizierung, die Unterstützung bei Führungsaufgaben sowie der Einsatz gegen jegliche Form von Gewalt. Darüber hinaus engagiert sich Soroptimist International für die Beteiligung von Frauen an Konfliktlösungen und verfügt über einen allgemeinen Konsultativstatus bei den Vereinten Nationen. Vertreterinnen der Organisation sind in New York, Paris, Genf, Wien, Rom und Nairobi direkt in UN-Gremien präsent.

In Deutschland wächst der Unmut über die weiterhin hohe Zahl registrierter Gewaltdelikte gegen Frauen. Im Jahr 2024 wurden laut Bundeskriminalamt 266.000 entsprechende Straftaten erfasst, darunter 308 Fälle tödlicher Gewalt. Gleichzeitig nimmt die digitale Gewalt durch Cybermobbing und Cyberstalking zu. Viele dieser Delikte erfüllen die Tatbestände von Nötigung oder Erpressung und können strafrechtlich verfolgt werden.

Unterstützung über Informationsmaterial hinaus

Die Soroptimist-Clubs verstehen ihre Arbeit nicht nur als Hinweis auf Missstände, sondern als konkrete Unterstützung für Betroffene. Am Samstag wurden am Kirchenbüdchen und in der Barmer Innenstadt rund 300 Informationsflyer sowie kleine orangefarbene Stofffiguren verteilt, die mit wichtigen Telefonnummern versehen waren. Die Clubs betonen, dass Hilfesuchenden diskret und anonym beigestanden wird. Die Aktion in Barmen war somit ein weiterer Beitrag, um auf ein gesellschaftliches Problem aufmerksam zu machen, das nach wie vor dringenden Handlungsbedarf erfordert.

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