Friedrichsberg: Pflegemaßnahmen für ökologischen und klimastabilen Wald

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Die städtische Forstabteilung startet Ende Januar mit Pflegearbeiten im Waldgebiet Friedrichsberg. Ziel der Pflegemaßnahmen ist vor allem, den Wald an die Veränderungen durch den Klimawandel anzupassen.

Vor allem jene Bäume, die mit den künftigen klimatischen Bedingungen gut zurechtkommen, sollen gute Wachstumsbedingungen haben. Dafür wird ein kleinflächiges Nebeneinander von jungen und alten Bäumen unterschiedlicher Baumarten geschaffen – so bleibt der Wald stabil und kann Tieren und Pilzen Lebensraum bieten. Hierfür ist es auch nötig, Bäume zu fällen: Das dient der langfristigen Sicherung des Artenreichtums und der Entwicklung eines stabilen Mischwalds. Die verbleibenden Bäume erhalten dadurch mehr Kronen- und Wurzelraum und können besser wachsen. Durch den größeren Wurzelraum sind die Bäume bei Trockenheit auch weniger anfällig. Der Wald wird stabiler, artenreicher und stufiger: Weil das Licht auch den Waldboden erreicht, verjüngt sich der Wald selbst, es entsteht eine Kraut- und Strauchschicht.

Wo Straßen und Bebauung weit genug entfernt sind, werden Stämme und Astreisig der gefällten Bäume aus ökologischen Gründen liegengelassen. Sie bieten Vögeln und kleinen Tieren Unterschlupf und Nistmöglichkeit. Wenn sie zerfallen, kommen sie dem Nährstoffkreislauf zugute und sorgen für einen gesunden Boden.
Durch Fällarbeiten und Transport des Holzes kann es auf den Wegen, besonders bei ungünstiger Witterung, zu Behinderungen kommen. Die Abteilung Forsten bittet daher für die Dauer der Arbeiten um Verständnis. Die befestigten Wege werden wieder freigeräumt und, falls nötig, im kommenden Sommer wieder ausgebessert. Auf unbefestigten Trampelpfaden bleiben hingegen die Baumkronen liegen, damit sich hier die Natur regenerieren kann.

Waldbereiche, in denen Bäume gefällt werden, dürfen nicht betreten werden, das gilt auch für Wege und dient der Sicherheit: Umstürzende Bäume oder fortgeschleuderte Äste können Lebensgefahr bedeuten. Mindestens 50 Meter Sicherheitsabstand zu den Arbeitern müssen eingehalten werden, die gefährlichen Zonen sind mit rot-weißem Band abgesperrt. Sind die Durchforstungen in einem Abschnitt beendet, wird er wieder freigegeben.
Die Holznutzungen in den Stadtwäldern sind nachhaltig: Seit sieben Jahrzehnten wachsen dort mehr Bäume nach als gefällt werden. Das zeigten die Ergebnisse der Forstinventur. Trotz Orkanschäden durch „Kyrill“ und regelmäßiger Baumfällungen nahm die Stadtwaldfläche stetig zu: Das Durchschnittsalter der Bäume und der Holzvorrat sind aktuell so hoch wie seit Jahrhunderten nicht.

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