Jahrelang war es wie selbstverständlich: Die Zahl der Unfalltoten sank stetig. Damit ist es leider vorbei. Jeden Tag sterben in Deutschland neun Menschen bei Verkehrsunfällen. Betroffen sind immer häufiger auch die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Fahrradfahrer und Fußgänger sind bei Unfällen innerorts 60 Prozent aller Todesopfer.

Ablenkung durch Smartphones spielt hierbei eine immer größere Rolle. WhatsApp, Facebook, News und Games … Augen, Ohren und Gedanken sind bei nahezu jedem sechsten Fußgänger in der Großstadt nicht bei der Sache, wenn eine Straße überquert wird. Dies ist das erschreckende Ergebnis einer Dekra-Studie aus 2016.

Der Auto-Club Europa (ACE) hat jetzt in Wuppertal eine Stunde lang Fußgänger gezählt, die mit Smartphone in der Hand die Straße überqueren. Und dabei die bereits erfolgten Zählungen in Städten wie Köln, Aachen, Düsseldorf und Essen bestätigt. Danach sind rund 15 Prozent der Menschen, also fast jeder Sechste, beim Überqueren der Straße durch den Blick auf das Smart- phone oder durch Kopfhörer vom Verkehrsgeschehen abgelenkt.

Dabei fordert schon Satz 1 des Paragrafen 1 der Straßenverkehrsordnung: „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme.“ Allein in Wuppertal erwischen die Autoclubmitglieder 82 Personen innerhalb einer Stunde, die sich mit em Mobilgerät statt mit dem Verkehr beschäftigten. Das bedeutet, dass rund jeder fünfte Passant (19,1 Prozent) stark abgelenkt am Straßenverkehr teilnimmt.