Giftanschläge auf Ehemann: Zwei Frauen wegen versuchten gemeinschaftlichen Mordes vor Gericht

Daniel H/CCA



Vor dem Landgericht Wuppertal beginnt am Mittwoch der Prozess gegen zwei Frauen, denen die Staatsanwaltschaft mehrfachen versuchten gemeinschaftlichen Mord vorwirft. Die 59-jährige Hauptangeklagte aus Velbert sowie ihre 60 Jahre alte Freundin aus dem bayerischen Fürth sollen über einen längeren Zeitraum versucht haben, den Ehemann der Velberterin mit verschiedenen Giften zu töten.

Nach den Ermittlungen entschloss sich die Hauptangeklagte zu der Tat, nachdem ihr Ehemann die Scheidung angekündigt und eine neue Beziehung begonnen hatte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie erhebliche finanzielle Nachteile befürchtete und deshalb plante, ihren Mann zu töten. Als weiteres Motiv werden die Aussicht auf eine Witwenrente sowie der Zugriff auf das Vermögen des Ehemanns genannt.

Die Mitangeklagte soll den Plan unterstützt haben. Nach Überzeugung der Anklage half sie bei der Beschaffung giftiger Pflanzen und stand der Hauptangeklagten über WhatsApp mit Hinweisen zur Durchführung der Taten sowie zur Beseitigung möglicher Spuren zur Seite.

Den Ermittlungen zufolge verabreichte die 59-Jährige ihrem Ehemann zunächst mehrfach unbekannte Pflanzensamen, indem sie diese in Bier mischte. Später sollen außerdem Schlafmittel und Cannabisöl in Getränke gelangt sein. Anschließend soll sie zermahlene Pflanzensamen in eine Suppe gegeben haben. Keiner dieser Versuche führte zu den beabsichtigten Folgen.

Im weiteren Verlauf sollen die beiden Frauen zunächst Samen des Blauen Eisenhuts im Internet bestellt und später auch die Pflanze selbst beschafft haben. Der Blaue Eisenhut zählt wegen seines hochgiftigen Wirkstoffs Aconitin zu den gefährlichsten Pflanzen Europas.

Anfang November 2025 verschlechterte sich der Gesundheitszustand des damals 56-jährigen Mannes nach dem Verzehr seines Lieblingsgerichts, weiße Bohnen mit Speck, dramatisch. Er erlitt schwere Vergiftungserscheinungen, musste in ein künstliches Koma versetzt werden und schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Durch die medizinische Behandlung konnte sein Zustand stabilisiert werden.

Im Zuge der Untersuchungen wiesen Spezialisten im Mageninhalt sowie in Essensresten Spuren des Blauen Eisenhuts nach. Die Ermittlungen ergaben zudem Hinweise darauf, dass die Hauptangeklagte bereits vor den Taten angekündigt haben soll, ihren Ehemann zu vergiften.

Die weiteren Ermittlungen übernahm eine Mordkommission in Düsseldorf. Durch Wohnungsdurchsuchungen sowie die Auswertung des Mobiltelefons der Hauptangeklagten verdichtete sich der Verdacht, dass sie die Speisen gezielt mit Gift versetzt hatte.

Gegen beide deutschen Staatsbürgerinnen wurden Haftbefehle erlassen. Die Hauptangeklagte befindet sich seit Ende November 2025 in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Ermittler machte sie zunächst widersprüchliche Angaben und schweigt inzwischen zu den Vorwürfen.

Auch gegen die Mitangeklagte aus Fürth wurde Haftbefehl erlassen. Während zunächst wegen Beihilfe zum Mord ermittelt wurde, geht die Staatsanwaltschaft inzwischen von einem gemeinschaftlich begangenen versuchten Mord aus.

Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung des Gerichts gilt für beide Angeklagten die Unschuldsvermutung.

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