Wuppertal – Am 18. April 2025 veranstaltet die katholische italienische Gemeinde Wuppertals zum 44. Mal ihre traditionelle Karfreitagsprozession. Die Inszenierung des Kreuzweges zählt mit bis zu 5.000 erwarteten Teilnehmenden zu den größten religiösen Veranstaltungen des Jahres in der Stadt – und zieht längst nicht nur Gläubige an.
Was 1980 als bescheidenes Treffen innerhalb der Gemeinde begann, hat sich im Laufe der Jahre zu einem festen Bestandteil des öffentlichen Lebens am Karfreitag entwickelt. Die Prozession zeigt in sieben Szenen zentrale Stationen des Leidensweges Christi, die jedes Jahr in unveränderter Abfolge inszeniert werden.
Die Rollen werden von Mitgliedern der italienischen Gemeinde übernommen. Insgesamt wirken rund 70 Laiendarstellerinnen und -darsteller mit. Den Part des Jesus übernimmt in diesem Jahr erneut der 32-jährige Wuppertaler Salvatore Morreale, der bereits 2024 erstmals in dieser Rolle zu sehen war. Die Figur wird alle drei Jahre neu besetzt. Neben Jesus verkörpern die Teilnehmenden auch Figuren wie römische Soldaten, Hohepriester und andere biblische Gestalten.
Alle Kostüme stammen aus der Hand der Wuppertaler Schneiderin Paola Picone, die die Gewänder entwirft und anfertigt. Die Darstellung beginnt im Deweerthschen Garten, wo die ersten drei Stationen unter anderem das Verlassen Jesu durch seine Jünger, den Verrat durch Judas sowie die Verurteilung durch den Hohen Rat zeigen. Das Urteil des römischen Statthalters Pilatus schließt diesen Teil ab.
Ein besonders eindrucksvolles Bild bietet sich auf dem Laurentiusplatz: Dort steht ein römischer Ritter über den Treppenstufen am Eingang der Kirche – eine markante Kulisse, die jährlich zahlreiche Zuschauer anzieht. Anschließend führt der Kreuzweg über den Neumarkt zur Hardt, wo die symbolische Kreuzigung inszeniert wird. Sie findet traditionell vor der sogenannten Grillhütte statt.
Die szenischen Darstellungen werden vollständig in italienischer Sprache aufgeführt. Erläuternde Hinweise zu den einzelnen Stationen werden ergänzend auf Deutsch gegeben, um auch nicht-italienischsprachigen Besuchern die Inhalte zugänglich zu machen.
Die Karfreitagsprozession der italienischen Gemeinde ist heute nicht nur Ausdruck gelebten Glaubens, sondern auch ein bedeutendes kulturelles Ereignis, das Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammenführt.
Italienische Karfreitagsprozession prägt das Stadtbild Wuppertals
Frank vincentz/CCA