Wuppertal. Im Kronleuchterfoyer des Opernhauses stand ein Konzertabend ganz im Zeichen von Komponistinnen verschiedener Epochen. Unter dem Titel „Drinks with Phyllis“ präsentierten Mitglieder des Opernstudio NRW gemeinsam mit der Studienleitung der Oper ein Programm mit selten aufgeführten Werken. Bereits vor Beginn sorgte die geöffnete Bar für eine entspannte Atmosphäre, während sich die Musiker auf dem Podium einspielten.
Es musizierten Yuna Kudo und Bonnie Wagner am Klavier, Joel Wöpke am Violoncello sowie die Sopranistin Marianna Ortugna. Den Auftakt bildeten die „Valse-Caprices“ Nr. 1 und Nr. 3 von Melanie Bonis. Die vierhändige Interpretation zeichnete sich durch Klarheit, rhythmische Präzision und eine ausgewogene Balance aus.
Namensgeberin des Abends war die englische Komponistin Phyllis Tate. Aus ihrer vierhändigen „Lyric Suite“ erklangen die Sätze „Aubade“ und „Lullaby“. Zudem interpretierte Marianna Ortugna „Daisy’s Aria“ aus der Oper The Lodger mit tragfähiger, klar geführter Stimme und ausgeprägtem erzählerischem Ausdruck in englischer Sprache.
Große Aufmerksamkeit erhielt das „Andante con Variationi“ aus der „Grande Sonate pour Pianoforte et Violoncello“ von Helene Liebmann. Das Werk verarbeitet ein Thema aus Don Giovanni in klassisch strukturierten Variationen. Joel Wöpke überzeugte mit virtuoser Technik und differenzierter Klanggestaltung, während Bonnie Wagner die musikalische Linie am Klavier präzise formte.
Mit der Arie „La rondinella amante“ aus der Oper Grisella war auch ein Werk von Antonio Vivaldi vertreten. Obwohl er als einziger männlicher Komponist im Programm erschien, fügte sich sein Beitrag inhaltlich ein, da er in Venedig zahlreiche junge Musikerinnen ausbildete.
Aus der Spätromantik stammten die „Pièces Romantiques“ von Cécile Chaminade, darunter „Rigaudon“ und „Danse Hindoue“. Das Klavierduo gestaltete die Stücke mit stilistischer Sicherheit, rhythmischer Prägnanz und klanglicher Differenzierung.
Den Abschluss bildete der Satz „Impetuoso“ aus der „Sonate for Cello and Piano“ von Rebecca Clarke. In dem expressiven Werk verbanden Wöpke und Wagner kraftvolle Akzente mit lyrischen Passagen und entwickelten eine geschlossene musikalische Dramaturgie. Das Publikum reagierte mit anhaltendem Applaus.
Die Oper The Lodger von Phyllis Tate wird am 18. April um 19.30 Uhr im Opernhaus Wuppertal Premiere haben. Das Libretto von David Franklin basiert auf dem gleichnamigen Roman von Marie Adelaide Belloc Lowndes. Die Aufführung erfolgt in englischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln. Karten sind über die Kulturkarte am Kirchplatz sowie online erhältlich.
Komponistinnen prägen Konzertabend im Kronleuchterfoyer
Daniel H/CCA