Meerforellen aus der Wupper treten ihre Wanderung bis zur Nordsee an

Daniel H/CCA



In der Wupper werden derzeit erneut junge Meerforellen ausgesetzt. Ehrenamtliche des Bergischen Fischereivereins 1889 verfolgen damit das Ziel, den Bestand der Wanderfische langfristig zu sichern und die ökologische Entwicklung des Flusses weiter voranzutreiben. Die Tiere sollen über Rhein und Nordsee wandern und später zum Laichen in die Wupper zurückkehren.

Die Rückkehr von Meerforellen, Lachsen und Aalen gilt als wichtiger Hinweis auf die verbesserte Wasserqualität der Wupper. Nachdem der Fluss über Jahrzehnte stark durch Industrie und Abwässer belastet war, hat sich das Ökosystem in vielen Bereichen erholt. Einen wesentlichen Anteil daran haben die Mitglieder des Fischereivereins, die seit Jahren Fischzucht und Wiederansiedlung betreiben.

Die Aufzucht der Meerforellen erfolgt im Bruthaus an der Wupper in Beyenburg nahe der Lohbachmündung. Die Anlage wurde 1997 eröffnet und dient seither als zentrale Station für die künstliche Aufzucht der Tiere. Dort kümmern sich rund 20 Ehrenamtliche um die Entwicklung der Fische – von der Eiablage bis zur Freisetzung.

Im Herbst werden ausgewachsene Meerforellen in der Wupper schonend per Elektrobetäubung gefangen. Während der Laichzeit entnehmen die Helfer Eier und Samen der Tiere, vermischen beides und lagern die befruchteten Eier anschließend in speziellen Becken. Dort müssen Temperatur, Sauerstoffgehalt und Wasserqualität kontinuierlich überwacht werden. Abgestorbene Eier werden regelmäßig entfernt, um die Entwicklung der übrigen Brut nicht zu gefährden.

Nach dem Schlüpfen ernähren sich die Jungfische zunächst über ihren Dottersack. Später kommen sie in größere Außenbecken mit künstlicher Strömung, die naturnahe Bedingungen schaffen sollen. Schutzplanen verhindern zusätzlich Angriffe durch Vögel.

Sobald die Tiere groß genug sind, werden sie in die Wupper entlassen. Dafür transportieren die Helfer die Jungfische in mit Sauerstoff angereicherten Wasserbeuteln an verschiedene Stellen des Flusses. Durch die Verteilung an mehreren Punkten soll verhindert werden, dass sich die Tiere zu stark konzentrieren.

Für die jungen Meerforellen beginnt damit ein gefährlicher Weg. Nur ein kleiner Teil der ausgesetzten Tiere kehrt später tatsächlich in die Wupper zurück. Auf ihrer Wanderung müssen sie zahlreiche Hindernisse überwinden, darunter Wehre, Kläranlagen und Wasserkraftwerke. Besonders kritisch sehen die Verantwortlichen die Situation an der Reuschenberger Mühle in Leverkusen. Dort besteht die Gefahr, dass Fische in Turbinen geraten. Nach Angaben des Vereins wird die Leistung des Kraftwerks während der Wanderzeiten zeitweise reduziert, damit die natürliche Strömung den Tieren den richtigen Weg weist.

Mit dem aktuellen Besatz wurden erneut mehrere tausend Jungfische in die Wupper eingebracht. Die Wiederansiedlung von Meerforellen und Lachsen betreibt der Verein bereits seit 1993. Während heute im Herbst wieder einzelne Meerforellen und Lachse im Fluss gezählt werden, hoffen die Beteiligten langfristig auf deutlich größere Bestände.

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