Molières „Der eingebildete Kranke“ im TiC-Theater Wuppertal

Daniel H/CCA



Klassische Komödie in neuer Inszenierung

Am Freitag, den 10. April, steht um 20 Uhr im TiC-Theater Wuppertal eine Neuinszenierung von Molières Komödienklassiker „Der eingebildete Kranke“ auf dem Spielplan. Die Regie übernimmt Martin Petschan. Mit der Aufführung bringt das Theater eines der bekanntesten Werke der französischen Literatur erstmals auf seine Bühne.

Das Stück zählt zu den bedeutendsten Komödien der Theatergeschichte und hat auch rund 350 Jahre nach seiner Uraufführung nichts von seiner Aktualität verloren. Molières scharfsinnige Beobachtungen menschlicher Schwächen sowie sein feiner, oft bissiger Humor sprechen bis heute ein breites Publikum an.

Zwischen Hypochondrie und familiären Intrigen

Im Mittelpunkt der Handlung steht Argan, ein wohlhabender Mann, der sich selbst für schwer krank hält und sich in seiner Hypochondrie zunehmend verliert. Seine Abhängigkeit von Ärzten und kostspieligen Behandlungen führt ihn zu einer folgenschweren Entscheidung: Um medizinische Kosten zu sparen, plant er, seine Tochter Angélique mit einem angehenden Arzt zu verheiraten.

Diese Verbindung stößt jedoch auf Widerstand. Angélique liebt einen anderen Mann und lehnt die arrangierte Ehe entschieden ab. Argan reagiert mit Härte und stellt seiner Tochter ein Ultimatum, das im Falle ihrer Weigerung den Eintritt ins Kloster vorsieht. Gleichzeitig verfolgt seine zweite Ehefrau Béline eigene Interessen, indem sie versucht, die Tochter aus dem Erbe zu drängen und sich selbst als Alleinerbin zu etablieren.

Unterstützung erhält Angélique unter anderem von der klugen Haushälterin Toinette sowie von Argans Bruder Béralde, die die eigennützigen Motive innerhalb der Familie durchschauen und sich den Plänen entgegenstellen.

Ein Werk mit historischer Bedeutung

Der Autor Jean-Baptiste Poquelin, bekannt unter seinem Künstlernamen Molière, gehört zu den prägenden Figuren der europäischen Theatergeschichte. Geboren 1622 in Paris, erhielt er eine umfassende Ausbildung und wandte sich früh dem Theater zu. Mit der Gründung des „Illustre Théâtre“ legte er den Grundstein für eine Karriere, die ihn bis an den Hof Ludwigs XIV. führte.

Seine Werke, darunter „Der Geizige“, „Tartuffe“ und „Der Menschenfeind“, wurden zu festen Bestandteilen des klassischen Repertoires. „Der eingebildete Kranke“ markiert nicht nur einen Höhepunkt seines Schaffens, sondern auch dessen Abschluss: Molière verstarb 1673, nachdem er in der Rolle des Argan auf der Bühne zusammengebrochen war.

Premiere und Aufführungsort

Die Premiere der aktuellen Inszenierung fand am 13. Juni 2025 in der Borner Straße statt. Mit der Aufführung setzt das TiC-Theater seine Reihe klassischer Stoffe fort und eröffnet zugleich einen neuen Zugang zu einem der bekanntesten Werke der europäischen Komödienliteratur.

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