Nach monatelangen Ermittlungen haben Polizei und Staatsanwaltschaft in Wuppertal zwei mutmaßliche Beteiligte eines groß angelegten Anlagebetrugs festgenommen. Die Beschuldigten, ein 43-jähriger und eine 39-jährige ukrainische Staatsbürgerin, sollen als Geldboten für eine international organisierte Betrugsmasche tätig gewesen sein.
Ausgangspunkt der Ermittlungen war die Anzeige eines 66-jährigen Mannes aus Wuppertal. Nach Angaben der Ermittler war der Senior im April über eine Internetwerbung auf eine vermeintliche Online-Handelsplattform aufmerksam geworden. Dort wurde mit hohen Renditen bei geringem Kapitaleinsatz geworben.
Nach einer ersten Einzahlung in Höhe von 250 Euro seien dem Mann zunächst angebliche Gewinne angezeigt worden. In den folgenden Wochen hätten die Täter über einen Messengerdienst wiederholt dazu gedrängt, weitere Beträge zu investieren. Das Geld sollte dabei nicht überwiesen, sondern persönlich an angebliche Mitarbeiter der Plattform übergeben werden.
In dem Glauben, in eine lukrative Kapitalanlage zu investieren, übergab der Geschädigte laut Polizei an insgesamt sechs Terminen im April und Mai Bargeldsummen von insgesamt 350.000 Euro an verschiedene Abholer. Erst später schöpfte er Verdacht und wandte sich an die Ermittlungsbehörden.
Als eine weitere Übergabe von knapp 100.000 Euro vereinbart wurde, griff die Polizei zu. Die beiden Tatverdächtigen wurden noch am Übergabeort vorläufig festgenommen.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurden die Beschuldigten am 23. Mai einem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehle, setzte diese jedoch unter strengen Auflagen außer Vollzug.
Die Ermittler ordnen den Fall dem sogenannten Cybertrading-Betrug zu. Dabei täuschen Täter professionelle Handelsplattformen für Kapitalanlagen oder Kryptowährungen vor, um Anleger zu immer höheren Investitionen zu bewegen. Tatsächliche Gewinne existieren nach Erkenntnissen der Behörden nicht. Stattdessen fließen die Gelder unmittelbar an die Tätergruppierungen, die häufig international organisiert agieren.
Polizei und Finanzaufsicht raten Anlegern, Online-Investitionen vorab sorgfältig zu prüfen. Hinweise auf unseriöse Plattformen lassen sich unter anderem über die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht recherchieren.