Mutmaßlicher Millionenbetrug: Prozess gegen zwei Wuppertaler vor Gericht

Dimitri Kamaras/CCA



Vor dem Landgericht Wuppertal hat am Dienstag ein Prozess gegen zwei Männer im Alter von 42 und 44 Jahren begonnen. Ihnen wird vorgeworfen, über Jahre hinweg keine Lohnsteuer und keine Sozialabgaben für ihre Beschäftigten abgeführt zu haben. Der Schaden soll sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf mehrere Millionen Euro belaufen.

Umfangreicher Betrug an Sozialkassen

Zu den Geschädigten zählen nach bisherigen Erkenntnissen unter anderem die Berufsgenossenschaft sowie die Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft. Die Angeklagten sollen in großem Umfang Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge einbehalten und für sich selbst verwendet haben.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Männer ein ausgeklügeltes System nutzten, um die illegal erwirtschafteten Gelder zu verschleiern. Dabei sollen sogenannte „Scheinrechnungen“ eine zentrale Rolle gespielt haben. Über eigens gegründete oder angekaufte Firmen – sogenannte „Wegwerfunternehmen“ – wurden demnach Rechnungen für nie erbrachte Leistungen erstellt. Auf diese Weise wurden gegenüber dem Finanzamt fingierte Betriebsausgaben geltend gemacht. Das so aus den Unternehmen abgezogene Bargeld soll anschließend zur Bezahlung von Schwarzarbeitern verwendet worden sein.

Schwierige Beweisführung erwartet

Die Staatsanwaltschaft betont, dass die Aufklärung solcher Fälle in der Regel mit einer hohen Beweislast verbunden ist. Das komplexe Geflecht aus fingierten Rechnungen, Bargeldtransaktionen und Scheinfirmen erschwere den Nachweis der tatsächlichen Geldflüsse erheblich.

Gegen den 42-jährigen Hauptangeklagten liegen zusätzlich Vorwürfe wegen des unerlaubten Besitzes einer Schusswaffe sowie von Betäubungsmitteln vor. Diese Delikte dürften im Falle einer Verurteilung jedoch im Vergleich zu den Betrugsvorwürfen eine untergeordnete Rolle spielen.

Der Prozess wird in den kommenden Wochen fortgesetzt.

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