Ermittlungen nach Sachbeschädigung im Gästebereich – Verein setzt auf interne Prävention
Wuppertal. Nach erheblichen Sachbeschädigungen im Gästebereich des Leimbachstadions in Siegen sieht sich der Wuppertaler SV nicht in der Pflicht, für den entstandenen Schaden aufzukommen. Dieser wird von der Polizei auf 10.000 bis 15.000 Euro geschätzt. Die Ermittlungen zu den Vorfällen laufen weiterhin.
Während der Halbzeitpause eines Regionalligaspiels am 13. März hatten mutmaßliche Anhänger des Wuppertaler SV mehrere Sanitäranlagen massiv beschädigt. Neben zerstörten Urinalen und Leitungen wurden Wände und Böden beschmiert. Dabei tauchten mehrfach Schriftzüge aus dem Umfeld der Ultraszene auf. Führende Vertreter dieser Gruppierung distanzierten sich nach Angaben des Vereins von den Vorfällen, ohne konkrete Verantwortliche zu benennen.
Der Verein reagierte unmittelbar nach Bekanntwerden der Ereignisse mit einer offiziellen Entschuldigung gegenüber den Sportfreunden Siegen und verurteilte die Ausschreitungen deutlich. Intern wird betont, dass derartige Handlungen nicht mit den Grundwerten des Clubs vereinbar seien.
Gleichzeitig verfolgt die Vereinsführung einen präventiven Ansatz, um ähnliche Vorfälle künftig zu vermeiden. In Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt ist die Einrichtung eines Gesprächsforums geplant, an dem unterschiedliche Fangruppen beteiligt werden sollen. Ziel ist es, durch stärkere interne Kommunikation und soziale Kontrolle problematisches Verhalten einzudämmen. Die Erwartung, dass Täter aus den eigenen Reihen identifiziert werden, wird dabei als wenig realistisch eingeschätzt.
Die Sportfreunde Siegen haben den Wuppertaler SV inzwischen aufgefordert, für den entstandenen Schaden aufzukommen. Der Verein prüft derzeit seine offizielle Reaktion, sieht jedoch grundsätzlich keine rechtliche Verpflichtung zur Zahlung. Eine Haftung komme nur infrage, wenn dem Club organisatorische Versäumnisse nachgewiesen werden könnten, wofür es nach derzeitiger Einschätzung keine Anhaltspunkte gebe. Eine vergleichbare Situation hatte sich bereits bei einem Auswärtsspiel in Köln ergeben, bei dem ebenfalls Schäden im Sanitärbereich gemeldet wurden.
Unabhängig von der zivilrechtlichen Bewertung könnten verbandsrechtliche Konsequenzen folgen. Bereits im Zusammenhang mit dem Einsatz von Pyrotechnik beim selben Spiel steht eine weitere Sanktion im Raum. In der Vergangenheit musste der Verein nach Ausschreitungen bei einem Pokalspiel bereits eine Geldstrafe im fünfstelligen Bereich entrichten.
Parallel befasst sich der Wuppertaler SV mit Maßnahmen zum Schutz der eigenen Infrastruktur. Hintergrund sind wiederholte Beschädigungen an neu errichteten Sanitäranlagen im Stadion am Zoo. Diskutiert wird unter anderem der Einsatz von Aufsichtspersonal in den Toilettenbereichen, um Vandalismus vorzubeugen. Die praktische Umsetzung gestaltet sich jedoch schwierig, insbesondere bei der Personalgewinnung.
Nach Ausschreitungen in Siegen: Wuppertaler SV weist Haftung zurück
Anka/CCA