Wuppertal – 18. Juli 2025
Im Rahmen des Projekts „bergisch.kompetenz“ engagieren sich Studierende der Bergischen Universität Wuppertal für die Transformation der regionalen Industrie hin zu einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft. Die Initiative, gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und unterstützt vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand, Klimapolitik und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, läuft seit rund einem Jahr und ist bis 2027 angelegt.
Das Ziel des Projekts ist es, insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) der Metallindustrie dabei zu helfen, ihre Produktionsprozesse zukunftsfähig zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen praxisorientierte Weiterbildungsangebote, die sowohl Managementstrukturen als auch produktionsnahe Abläufe adressieren. Das Projekt verknüpft dabei wissenschaftliche Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen mit den praktischen Herausforderungen der Industrie. Die Bergische Universität arbeitet hierfür eng mit Partnern aus Wuppertal, Solingen und Remscheid zusammen.
Der Standort Wuppertal übernimmt zentrale Aufgaben im Bereich der Bildungsinnovation, der Entwicklung von Führungskompetenzen sowie der Unterstützung von Start-ups. In Solingen liegt der Fokus auf Fertigungstechnologien und Industriedesign, während Remscheid technische Prozesse, Prozessgestaltung und Simulation bearbeitet. Gemeinsam bilden die drei Städte ein dezentral organisiertes, wissenschaftlich begleitetes Kompetenzzentrum.
Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch mehrere Fachrichtungen der Universität. Ein Schwerpunkt liegt auf der arbeits- und wirtschaftspsychologischen Forschung, insbesondere im Bereich innovativer Lernformate. Dabei kommen spielbasierte Methoden wie Planspiele oder „Escape Rooms“ zum Einsatz, um die Lernmotivation zu steigern und praxisnahe Kompetenzentwicklung zu fördern. Parallel dazu wird technisches Fachwissen aus der Fertigungs- und Werkstofftechnik eingebunden, um konkrete industrielle Fragestellungen effizient zu bearbeiten.
An der Bergischen Universität wird zudem ein nachhaltigkeitsorientiertes Masterprogramm entwickelt. Ziel ist es, Studierenden eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen. Dabei stehen reale Problemstellungen aus der regionalen Wirtschaft im Zentrum. Unternehmen liefern konkrete Aufgaben, die von Studierenden analysiert und bearbeitet werden. Der Wissenstransfer erfolgt in beide Richtungen: Die Betriebe erhalten wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen, während die Studierenden anwendungsbezogene Erfahrungen sammeln.
Mehrere Unternehmen der Region bringen sich bereits aktiv in das Projekt ein. So arbeitet der Werkzeughersteller Freund aus Wuppertal an nachhaltigen Verfahren zur Blechumformung. Das ebenfalls in Wuppertal ansässige Unternehmen Muckenhaupt & Nusselt erprobt Möglichkeiten, Produktionsabfälle aus der Kabelummantelung wiederzuverwerten. Bauer & Böcker aus Remscheid untersucht Ansätze zur energieeffizienten Gestaltung industrieller Beleuchtungssysteme. Weitere Partner aus der regionalen Wirtschaft sind eingeladen, sich an dem Vorhaben zu beteiligen.
Das Projekt „bergisch.kompetenz“ steht exemplarisch für die strategische Verzahnung von Wissenschaft, Lehre und Industrie in der Region Bergisches Land. Es zeigt, wie hochschulisches Wissen gezielt zur Stärkung nachhaltiger Produktionsstrukturen beitragen kann – praxisnah, lösungsorientiert und partnerschaftlich.
Nachhaltigkeit in der Industrie: Wuppertaler Studierende fördern den Wandel zur Kreislaufwirtschaft
KevinHtt/CCA