Neue Wohnbauflächen in Nächstebreck-West geplant

Daniel H/CCA


Stadt startet Verfahren für Wohngebiet nördlich des Olga-Heubeck-Wegs


In Wuppertal könnte in den kommenden Jahren ein weiteres Wohngebiet entstehen. Die Stadt plant die Entwicklung einer bislang überwiegend als Grün- und Landwirtschaftsfläche genutzten Fläche nördlich des Olga-Heubeck-Wegs im Stadtbezirk Oberbarmen. Vorgesehen ist vor allem der Bau von Mehrfamilienhäusern. Ergänzend könnten am nördlichen und nordwestlichen Rand des Areals vereinzelt kleinere Wohnformen wie Einfamilienhäuser realisiert werden.
Grundlage für die Entwicklung ist die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 1304. Das Plangebiet befindet sich zwischen Olga-Heubeck-Weg, Gennebrecker Straße und Schellenbecker Straße. Parallel dazu soll der Flächennutzungsplan angepasst werden. Derzeit ist das Gebiet dort noch als Grünfläche beziehungsweise landwirtschaftliche Nutzfläche ausgewiesen.
Die geplante Wohnbauentwicklung hat eine längere Vorgeschichte. Bereits im Regionalplan der Bezirksregierung Düsseldorf wird das Gebiet als geeignete Erweiterungsfläche für den bestehenden Siedlungsraum geführt und zählt zu den bevorzugten Standorten für die zukünftige Wohnraumentwicklung in Wuppertal.
Das rund 17.000 Quadratmeter große Areal verfügt nach Einschätzung der Stadt über günstige Voraussetzungen für eine Wohnnutzung. Neben einer guten Einbindung in die bestehende Siedlungsstruktur sprechen auch die verkehrlichen Rahmenbedingungen für den Standort. Die Nordbahntrasse ist etwa einen Kilometer entfernt und bietet Anschluss an das regionale Radwegenetz. Die Anschlussstelle Wuppertal-Wichlinghausen zur A46 liegt in rund 1,2 Kilometern Entfernung. Zudem befindet sich die Bushaltestelle Schimmelsburg unmittelbar am Olga-Heubeck-Weg. Auch Bildungseinrichtungen und bestehende Wohngebiete befinden sich im Umfeld des geplanten Baugebiets.
Aus Sicht der Stadt eignet sich die Fläche sowohl aufgrund ihrer Lage als auch ihrer topografischen Gegebenheiten für eine wohnbauliche Nutzung. Angrenzend befinden sich bereits Wohnbebauungen sowie Kleingartenanlagen.
Mit der geplanten Bebauung gehen allerdings Eingriffe in bestehende Grün- und Landwirtschaftsflächen einher. Um die Auswirkungen auf Klima und Umwelt zu begrenzen, sieht die Verwaltung verschiedene Ausgleichsmaßnahmen vor. Geplant sind unter anderem extensive Dachbegrünungen auf den Neubauten. Darüber hinaus sollen hohe energetische Standards umgesetzt, der Wärmebedarf der Gebäude möglichst gering gehalten und die Nutzung von Solarenergie konsequent berücksichtigt werden.
Der Verlust von Grünflächen wird von der Stadt angesichts des anhaltenden Mangels an bezahlbarem Wohnraum als vertretbar bewertet. Insbesondere Familien hätten Schwierigkeiten, geeigneten Wohnraum zu finden. Die Entwicklung neuer Wohnbauflächen wird deshalb als wichtiger Beitrag zur Entlastung des angespannten Wohnungsmarktes angesehen.
Vor einer möglichen Bebauung sind jedoch noch zahlreiche Planungs- und Prüfverfahren erforderlich. So müssen unter anderem naturschutzfachliche Belange berücksichtigt werden. Entlang eines vorhandenen Bachlaufs an der südlichen Grenze des Plangebiets sind entsprechende Schutzabstände einzuhalten.
Die Bezirksvertretung Oberbarmen befasst sich am 16. Juni erstmals mit dem Vorhaben. Über die Einleitung des Bauleitverfahrens entscheidet anschließend der Ausschuss für Stadtentwicklung am 2. Juli. Nach aktuellem Zeitplan soll das eigentliche Planverfahren im dritten Quartal 2026 beginnen. Mit Rechtskraft des Bebauungsplans wird frühestens im zweiten Quartal 2029 gerechnet.
Bis tatsächlich Wohnhäuser entstehen, dürften daher noch mehrere Jahre vergehen. Zusätzlich zu den planungsrechtlichen Schritten muss ein Investor beziehungsweise Projektentwickler gefunden werden. Dieser soll die Umsetzung übernehmen und mit der Stadt einen städtebaulichen Vertrag abschließen. Vorgesehen ist, dass die Kommune nicht an den entstehenden Investitionskosten beteiligt wird.

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