Wuppertal, 6. August 2025 – In mehreren Gastronomiebetrieben gilt bereits: Wer bei einem „All you can eat“-Angebot zu viel bestellt und die Speisen nicht aufisst, muss mit Zusatzkosten rechnen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Wuppertal spricht von einem wachsenden Trend, der zunehmend auch die lokale Gastronomie betrifft.
Insbesondere in Buffet-Restaurants beobachtet die Gewerkschaft ein problematisches Verhalten: Gäste laden sich übermäßig große Portionen auf den Teller, die anschließend nicht vollständig verzehrt werden. Dies führt regelmäßig zu erheblicher Lebensmittelverschwendung. Die NGG sieht in dieser Entwicklung eine Missachtung der Wertschöpfungskette in der Lebensmittelbranche sowie eine unnötige wirtschaftliche Belastung für die Betriebe.
Die Geschäftsführerin der NGG-Region Düsseldorf-Wuppertal, Zayde Torun, fordert daher ein bewussteres Konsumverhalten bei Buffetbesuchen. Statt den Teller übervoll zu beladen, sei es sinnvoller, sich in kleineren Portionen zu bedienen und gegebenenfalls mehrmals zu gehen. Dies könne helfen, Lebensmittelabfälle zu vermeiden und die Ressourcenverwendung effizienter zu gestalten.
Zur Durchsetzung dieser Verantwortung plädiert die Gewerkschaft für sogenannte Strafgebühren, wenn größere Mengen unberührter Speisen oder Getränke zurückgegeben werden. Solche Maßnahmen, so die NGG, könnten nicht nur abschreckend wirken, sondern auch Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln schaffen. Besonders in Zeiten steigender Kosten und wachsender ethischer Anforderungen an die Lebensmittelproduktion seien klare Signale gegenüber Verschwendung notwendig.
Der Gewerkschaft zufolge entstehen den Restaurants durch liegengebliebene Speisen oft wöchentliche Verluste in dreistelliger Höhe. Diese Mittel, so der Vorschlag, könnten besser in Personalentwicklung und höhere Löhne investiert werden. Denkbar sei auch, einen Teil der erhobenen Gebühren für soziale Projekte wie „Brot für die Welt“ bereitzustellen.
Ziel müsse es sein, das Bewusstsein der Gäste zu stärken – sowohl in Hinblick auf den wirtschaftlichen Schaden als auch auf die gesellschaftliche Verantwortung im Umgang mit Lebensmitteln. Jede Portion am Buffet stehe am Ende für menschliche Arbeit, Transportwege und begrenzte Ressourcen.
NGG fordert Strafgebühr bei Lebensmittelverschwendung in Buffet-Restaurants
Wtotal/CCA