Seit über 100 Jahren gibt es ein Kaufhaus in Wuppertal. Heute firmiert es als „Galeria Kaufhof“. Nur wenigen ist bekannt, dass es einst als Warenhaus der „Leonhard Tietz AG“ firmierte und weit über Wuppertals Grenzen hinaus bekannt war. Der jüdische Kaufmann Leonhard Tietz (Foto links; Quelle: Galeria Kaufhof) war 1889 in die aufstrebende Textil- und Handelsmetropole Elberfeld gezogen und hatte nach ersten kleineren Geschäftsgründungen 1912 am Neumarkt, noch heute der Standort des Kaufhof, ein neues und prächtiges Warenhaus errichtet. Es galt als eines der größten und architektonisch bedeutendsten seiner Art im damaligen deutschen Kaiserreich.

Von Elberfeld aus setzte sich die zukunftsweisende Idee des jüdischen Kaufmanns erst richtig durch. Aber 1933 „arisierten“ die Nationalsozialisten das Tietz'sche Familienunternehmen und benannten es um in „Westdeutsche Kaufhof AG“. Die Eigentümerfamilie sowie sämtliche jüdischen Vorstandsmitglieder und Angestellten wurden entlassen, ins Exil getrieben oder wurden Opfer des Holocaust.

Michael Okroy wird auf Einladung des Bergischen Geschichtsvereins, am Donnerstag (2. November) ab 18 Uhr in der Begegnungsstätte Alte Synagoge (Genügsamkeitstraße) die Geschichte des „Tietz“-Warenhauses unter dem Titel „Von ,Tietz' zu ,Kaufhof': Die ,Arisierung' eines Warenhaus-Unternehmens 1933/34“ skizzieren und dabei besonders dem ungeheuerlichen Vorgang der „Entjudung“ Beachtung schenken.

schenken.