Zwei Frauen, eine Idee: Menschen zusammenbringen und Einsamkeit entgegenwirken. Dafür braucht es einerseits Ehrenamtliche, andererseits die Bereitschaft älterer und kranker Menschen, um Unterstützung und Geselligkeit nachzufragen. Es gehe schlicht um „praktische Hilfe mit Herz“ und etwas weniger Einsamkeit in der Elberfelder Südstadt, so Pfarrerin Dorothee Nüllmeier.
„In unserem Stadtteil leben viele ältere Menschen, die so lange wie möglich selbstständig wohnen möchten, aber sich dafür eine kleine Unterstützung im Alltag und Gemeinschaft wünschen“, berichtet die Theologin. Ob gemeinsam Einkaufen, spazierengehen, Konzertbesuche, Vorlesen oder ein Ausflug ins Café: die Liste ist lang.
Als Tabea Luhmann, frühere Pfarrerin für Altenheimseelsorge und Hospizarbeit, mit der Idee einer diakonischen Nachbarschaftshilfe zu ihr kam, war Nüllmeier sofort begeistert. „In Zeiten, in denen unser Sozialstaat immer stärker zurückgebaut wird und die Einsamkeit wächst, brauchen wir auch in unserem Stadtteil ein Sorgenetzwerk“, findet Luhmann. „Und weil unsere Kirchengemeinde gut vernetzt ist, kann sie genau das aufbauen“.
Eine hauptamtliche Koordinatorin für das Projekt, das bei einem Infoabend am Mittwoch, den 27. August vorgestellt wird, ist bereits gefunden – und knapp 3.000 Postkarten wurden verschickt, um Ehrenamtliche zu finden.
„Bei unserer diakonischen Nachbarschaftshilfe geht es um kleine, zeitlich begrenzte Alltagshilfen, die aber auch länger und verbindlicher gestaltet werden können, wenn beide Seiten das wollen“, so Luhmann. Mit jenen, die sich engagieren möchten, werden zunächst Gespräche über Motivation, Einsatzwünsche und zeitliche Kapazitäten geführt. Regelmäßige Fortbildungen zu Themen wie Kommunikation, Demenz, Distanz und Nähe, Schweigepflicht und Datenschutz oder Haftpflicht sind geplant. Auch monatliche Treffen soll es geben: „Es ist uns wichtig, dass wir uns nicht nur um die kümmern, die Hilfe suchen, sondern auch um diejenigen, die sie anbieten und das Helfen als bereichernd erleben.“
Pfarrerin Nüllmeier ist überzeugt, dass die Hilfe angenommen wird: „Wir haben hier ein aktives Seniorenzentrum und viele ältere Menschen, die ihre Nachbarinnen und Nachbarn ermutigen werden, nach den kleinen Alltagshilfen zu fragen. Keiner muss sich gehemmt fühlen, das in Anspruch zu nehmen.“ Klar ist den Initiatorinnen aber auch, dass das Projekt Zeit braucht, bis es bekannt ist und genutzt wird.
Diakonische Nachbarschaftshilfe
Infoabend der Gemeinde Elberfeld-Südstadt – Johanneskirche, Altenberger Straße 25
Mittwoch, 27. August, 19:00 Uhr