Prozess um mutmaßliches Waffenarsenal in Wuppertal gestartet – Mitangeklagter legt Geständnis ab

Wtotal/CCA



Vor dem Landgericht Wuppertal hat am Montag der Prozess um ein mutmaßlich umfangreiches illegales Waffenarsenal begonnen. Drei Männer im Alter von 35, 38 und 60 Jahren müssen sich unter anderem wegen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz verantworten. Die Anklage wirft ihnen den Besitz und Handel mit einer großen Zahl von Schusswaffen, Kriegswaffen und Munition vor.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden bei den Ermittlungen rund 300 scharfe Schusswaffen, 38 Handgranaten, 13 Panzerabwehrwaffen sowie nahezu 100.000 Schuss Munition sichergestellt. Die Ermittler sprechen von einem der größten Waffenfunde der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland.

Bereits zum Prozessauftakt räumte der 35-jährige Mitangeklagte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe im Wesentlichen ein. Der 38-jährige Angeklagte kündigte an, sich im weiteren Verlauf des Verfahrens zur Sache äußern zu wollen. Der 60-jährige Hauptangeklagte machte zunächst keine Angaben. Seine Verteidigung beantragte zunächst ein Rechtsgespräch mit dem Gericht.

Im Anschluss stellte die Strafkammer für den Fall umfassender Geständnisse einen möglichen Strafrahmen in Aussicht. Für den Hauptangeklagten nannte das Gericht eine Freiheitsstrafe zwischen sieben und acht Jahren. Dem 38-jährigen Mitangeklagten stellte die Kammer eine Strafe zwischen drei Jahren und drei Monaten sowie vier Jahren in Aussicht. Für den 35-jährigen Angeklagten wurde ein Strafmaß zwischen zwei und drei Jahren genannt.

Während des ersten Verhandlungstages wurde zudem bekannt, dass ein neuer Zeuge aus Polen den Hauptangeklagten erheblich belastet. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll der Mann ausgesagt haben, dass der 60-Jährige mit einer dreistelligen Anzahl von Waffen gehandelt habe. Sollte sich dieser Vorwurf bestätigen, könnte der Umfang des mutmaßlichen Waffenhandels deutlich größer sein als bislang angenommen.

Das Verfahren wird an mehreren weiteren Verhandlungstagen fortgesetzt. Ein Urteil wird erst in den kommenden Monaten erwartet.

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