Vor dem Landgericht Wuppertal hat am heutigen Dienstag der Prozess gegen einen 72 Jahre alten Mann begonnen, dem die Beteiligung an umfangreichen Drogentransporten zur Last gelegt wird. Die Anklage wirft ihm vor, im Rahmen einer organisierten Gruppierung unter anderem Heroin, Ecstasy und Marihuana in erheblichen Mengen geschmuggelt zu haben.
Die mutmaßlichen Straftaten reichen bis zu zehn Jahre zurück. Zwischen 2015 und 2017 soll der Angeklagte maßgeblich an der Einfuhr von rund 300 Kilogramm Heroin sowie etwa 64.000 Ecstasy-Tabletten beteiligt gewesen sein. Die Routen der Drogenlieferungen führten dabei unter anderem aus dem Iran und der Ukraine nach Deutschland. Eine weitere Fahrt im Jahr 2016, bei der 20 Kilogramm Marihuana aus den Niederlanden eingeführt werden sollten, endete nach Angaben des Gerichts an der deutschen Grenze, wo die Drogen sichergestellt wurden.
Bereits 2019 waren in einem verwandten Verfahren in Wuppertal mehrere Mitangeklagte wegen ihrer Beteiligung an dem Drogenschmuggel zu Freiheitsstrafen zwischen vier und zwölf Jahren verurteilt worden. Der jetzt Angeklagte war damals jedoch untergetaucht. Aufgrund seines unbekannten Aufenthaltsorts konnten die Ermittlungen gegen ihn zunächst nicht fortgeführt werden, das Verfahren wurde daher vorübergehend eingestellt.
Erst als die Behörden den Aufenthaltsort des Mannes ermitteln konnten, wurde das Strafverfahren wieder aufgenommen. Nun muss sich der 72-Jährige wegen seiner mutmaßlichen Rolle innerhalb des kriminellen Netzwerks verantworten. Die Anklage wiegt schwer: Sollte sich der Verdacht bestätigen, droht dem Angeklagten eine langjährige Freiheitsstrafe.