Die Älteren werden sich noch erinnern: Wenn vor 1980 auf dem Sportplatz Höfen gekickt wurde, mussten sich die Akteure im Hof der gegenüberliegenden Gaststätte von Artur Kniep umziehen. Und anschließend die vielbefahrene B7 überqueren. Dieser Zustand ist zum Glück seit 1990 Geschichte, als das schmucke Sportlerheim des TuS Grün-Weiß Wuppertal fertiggestellt war.

Theoretisch aber könnte die Zeit zurück gedreht werden. Denn – ebenso theoretisch – könnte das Sportplatzhaus an der legendären „Felsenarena“ bald abgerissen werden. Aber der Reihe nach: Im Zuge einer geplanten Beleihung des mit erheblichen Vereinsmitteln (knapp eine Viertelmillion Euro in Form von Eigenleistungen und akquirierten Spenden) auf städtischem Grund errichteten Immobils kam heraus, dass seinerzeit „vergessen“ worden ist, das Grundstück dem Verein im Grundbuch zu überschreiben. Damit ist die Stadt nach wie vor Eigentümerin – und Vereinsvorsitzender Klaus Sewald leitet daraus erhebliche Forderungen gegen die Stadt her.

„Wir bezahlen hier 14.000 bis 15.000 Euro jährlich allein für Wasser und Strom, was Vereine auf städtischen Anlagen kostenlos bekommen. Außerdem haben wir die Grundabgaben bezahlt“, wird Sewald, von Beruf Rechtsanwalt, in der Westdeutschen Zeitung zitiert. Er fordert von der Stadt ein Entgegenkommen der Stadt. Vorsorglich hat er den Nutzungsvertrag mit der Stadt, der am 31. März 2018 nach 30 Jahren ausläuft, gekündigt. Die Mitglieder haben ihn sogar ermächtigt, die Auseinandersetzung notfalls auch gerichtlich zu führen.

Immerhin gilt in Wuppertal für Sportvereine, dass die Nutzung städtischer Anlagen kostenlos ist und sie für die Pflege der Anlagen Aufwandsentschädigungen erhalten. Jetzt suchen alle Beteiligten, Verein, Stadtverwaltung und auch Stadtsportbund nach einer einvernehmlichen lösung. Denn eines eint sie alle: Der Abriss soll eine theoretische Möglichkeit bleiben.