Viele Betroffene ahnen nichts: Diabetes in Wuppertal oft spät erkannt

Wtotal/CCA


Wuppertal. Diabetes mellitus gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen – auch in Wuppertal. Fachleute weisen darauf hin, dass insbesondere Typ-1-Diabetes bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen häufig erst dann entdeckt wird, wenn die Krankheit bereits weit fortgeschritten ist. Viele Betroffene leben lange Zeit mit den Symptomen, ohne diese richtig einzuordnen.

Typ-1-Diabetes: eine Autoimmunerkrankung

Bei Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem zerstört dabei nach und nach die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Erst wenn ein Großteil dieser Zellen zerstört ist, macht sich der Mangel an Insulin bemerkbar. Ohne Insulin steigt der Blutzuckerspiegel an – mit potenziell lebensgefährlichen Folgen.

Frühe Anzeichen werden oft übersehen

In der klinischen Praxis zeigt sich, dass erste Warnzeichen nicht selten übersehen oder falsch gedeutet werden. Zu den typischen Symptomen zählen starker Durst, häufiges Wasserlassen, ungewollter Gewichtsverlust und eine ausgeprägte Müdigkeit. Auch Sehstörungen, Schwindel oder ein ungewöhnlich starker Appetit können auf eine beginnende Erkrankung hinweisen.
Bei Kindern kann es zusätzlich zu wiederkehrenden Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder nächtlichem Einnässen kommen. Ein fruchtig-süßlicher Atemgeruch, verursacht durch den Abbau von Fettreserven, gilt als besonders alarmierendes Zeichen.

Lebensbedrohliche Entgleisung möglich

Bleibt die Erkrankung unentdeckt, droht eine sogenannte diabetische Ketoazidose. Sie kann sich durch starke Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, tiefe Atmung und Bewusstseinstrübungen äußern und stellt einen akuten medizinischen Notfall dar. Eine sofortige ärztliche Behandlung ist in solchen Fällen zwingend erforderlich.

Aufklärung in der Region entscheidend

Auch in Wuppertal ist das Bewusstsein für die Krankheit entscheidend, um schwere Verläufe zu verhindern. Ärzte betonen, dass bereits einfache Blutzuckermessungen beim Hausarzt oder Kinderarzt Klarheit schaffen können. Da Typ-1-Diabetes nicht durch Lebensstilfaktoren verursacht wird, sondern eine autoimmune Grundlage hat, können Betroffene unabhängig von Ernährung oder Bewegung erkranken.

Früherkennung kann Leben retten

Moderne Tests ermöglichen es inzwischen, Antikörper nachzuweisen, die auf ein erhöhtes Risiko für Typ-1-Diabetes hinweisen. Fachgesellschaften sehen darin eine Chance, schwere Krankheitsverläufe frühzeitig zu verhindern. In Wuppertal engagieren sich verschiedene medizinische Einrichtungen dafür, die Bevölkerung besser zu informieren und damit die Zahl gefährlicher Spätentdeckungen zu verringern.

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