Zwei Studierende der Bergischen Universität Wuppertal, Henning Kopp und Franka Fischer, haben eine außergewöhnliche Reise nach Namibia unternommen, um einen Dokumentarfilm über das indigene Volk der Ju/’Hoansi zu drehen. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Darstellung der fast vergessenen Kultur dieses Stammes, der im abgelegenen Buschland der Region /Xa/Oba lebt. Der Dokumentarfilm mit dem Arbeitstitel „Ju/Hoansi – Die letzten Jäger und Sammler Namibias“ wurde im Rahmen der Bachelorarbeit im Studiengang „Design Audiovisueller Medien“ erstellt. Die Studierenden haben das Ziel, ihren Film nicht nur als Teil ihrer akademischen Arbeit zu präsentieren, sondern ihn auch auf Filmfestivals und möglicherweise im Wuppertaler Rex-Kino zu zeigen.
Die Ju/’Hoansi leben in einem „Living Museum“, das von der Living Culture Foundation Namibia unterstützt wird. In diesem lebendigen Museum bewahren die Ju/’Hoansi ihre traditionellen Bräuche, indem sie das Wissen über ihre Kultur und Lebensweise, insbesondere das Jagen und Sammeln, an die jüngeren Generationen weitergeben. Kopp und Fischer wollten in ihrem Film sicherstellen, dass die Darstellung dieses Stammes nicht den Eindruck erweckt, als handle es sich um ein „Zootier“, sondern die Bedeutung der kulturellen Weitergabe und das Einkommenspotenzial durch den Erhalt der Traditionen aufzeigen.
Die Vorbereitungen für die Dreharbeiten in Namibia dauerten mehrere Monate. Die beiden Wuppertaler Studierenden hatten sich auf ein sensibles Thema eingestellt und wollten nicht unvorbereitet in die Region reisen. Während Kopp für die Kameraarbeit zuständig war, übernahm Fischer die Regie und den Ton. Die Dreharbeiten in der abgelegenen Region stellten sie jedoch vor erhebliche Herausforderungen. Technische Schwierigkeiten, eine unerwartet starke Regenzeit und die Strapazen von Fußmärschen mit schwerer Ausrüstung durch die sengende Hitze erschwerten die Produktion. Hinzu kamen logistische Probleme wie verlorene Koffer und die schwierige Zollabwicklung von Drohnen.
Insgesamt dauerten die Dreharbeiten etwa zehn Tage. Während dieser Zeit dokumentierten die Studierenden den Alltag der rund 40 Mitglieder des Stammes, darunter den Protagonisten Kxao und den Dorfältesten Tsamgau, mit denen sie in Englisch kommunizierten. Die Ju/’Hoansi führten die beiden durch das Buschland, erklärten ihre Traditionen wie das Spurenlesen, die Herstellung von Pfeilgiften und die Jagd, und zeigten gleichzeitig ihren modernen Alltag, der von Zelten, Hütten aus Blech und Plastikmüll geprägt ist. Besonders eindrucksvoll war die Jagd nach einem Gnu, bei der die beiden Wuppertaler einen Einblick in die Tradition der Pirschexperten erhielten – obwohl sie sich entschieden, den Ausgang der Jagd für sich zu behalten.
Trotz der prekären Lebensbedingungen war es besonders die Lebensfreude der Kinder des Stammes, die Fischer und Kopp berührte. Die Kinder spielten und tanzten, unbeeindruckt von den Herausforderungen, mit denen ihre Familien täglich konfrontiert sind. Die Studierenden, beeindruckt von der Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Ju/’Hoansi, brachten kleine Geschenke wie Löffelbiskuit, Trauben und Batterien, die von den Einheimischen mit Dankbarkeit angenommen wurden.
Der Dokumentarfilm, der die Erfahrungen und Eindrücke der Reise dokumentiert, wird etwa 45 Minuten lang sein. Für die beiden Studierenden stellt der Film nicht nur ein bedeutendes akademisches Projekt dar, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Bewahrung der Kultur eines Volkes, das in einer immer globalisierteren Welt von Vergessenheit bedroht ist. Die Erinnerungen und Erlebnisse, die während dieser besonderen Reise gesammelt wurden, werden in ihrem Film für zukünftige Generationen erhalten bleiben.
Von Wuppertal nach Namibia: Studierende drehen Dokumentarfilm über das indigene Volk der Ju/’Hoansi
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