Ein Baum im eigenen Garten ist eine feine Sache. Für die Natur und den Gartenbesitzer selbst. Es sei denn, er steht ungünstig, ist bereits krank oder droht, beim nächsten Sturm umzukippen.
In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, den Baum zu fällen. Hat der Stamm einen Durchmesser von maximal 20 Zentimeter, müssen Sie nicht zwingend einen Profi zurate ziehen. Stattdessen können Sie selbst ans Werk gehen.
Bäume im eigenen Garten fällen – ist das überhaupt erlaubt?
Wer im Garten oder im Haus einen Holzofen sein Eigen nennen kann, freut sich sicherlich über einen gefällten Baum. Auf einen Schlag steht schließlich eine Menge neues Brennholz zur Verfügung.
Damit die großen Holzstücke später jedoch in den Ofen passen, müssen sie zerkleinert werden. Das funktioniert in Handarbeit mit einer Säge. Möchten Sie sich Zeit und Kraft sparen, können Sie alternativ einen Holzspalter mieten.
Bevor Sie aber das Holz verwerten können, müssen Sie den dazugehörigen Baum erst einmal sicher fällen.
Achtung: Sie sollten sich nicht sofort mit einer Axt bewaffnen und unvorbereitet in den Garten stürmen. Denn Baumfällarbeiten brauchen die richtige Vorbereitung und ein gewisses Know-how.
Zunächst sollten Sie herausfinden, wann Sie überhaupt ans Werk gehen dürfen. Zwar verbietet das Bundesnaturschutzgesetz zum Schutz brütender Vögel das Fällen von Bäumen zwischen dem 01. März und dem 30. September. Privatgrundstücke sind von diesem Verbot allerdings ausgenommen.
Dennoch kann es Einschränkungen geben, die sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Daher ergibt es Sinn, sich vor Beginn des Projekts über die Baumschutzverordnung in der eigenen Kommune zu informieren.
Achtung: Zum Teil benötigen Sie eine behördliche Genehmigung, um einen Baum fällen zu dürfen. Illegale Baumfällungen können mit einem Bußgeld geahndet werden. In Nordrhein-Westfalen müssen Sie mit einer Geldstrafe zwischen 40 und 7.500 Euro rechnen.
Einen Baum fällen – Schritt für Schritt zum Ziel
Bevor Sie damit beginnen, einen Baum sprichwörtlich einen Kopf kürzer zu machen, steht die Planung im Mittelpunkt. Überlegen Sie zunächst, wann Sie die Arbeit erledigen wollen und wie viele Helfer Sie dafür benötigen. Zudem sollten Sie sich einen Überblick über die notwendige Ausrüstung verschaffen.
Zu den wichtigsten Werkzeugen gehört eine Kettensäge, mit der Sie den Baum zunächst entasten und schließlich kürzen. Damit Sie an die Baumkrone gelangen, sollte auch eine stabile Leiter nicht fehlen.
Vergessen Sie nicht, bei den Sägearbeiten eine Schutzbrille aufzusetzen und Handschuhe überzuziehen.
Die Fallrichtung richtig einschätzen
Noch bevor Sie den ersten Schnitt setzen, sollten Sie die Fallrichtung des Baumes abschätzen. Einen Anhaltspunkt geben Ihnen die Wuchsrichtung sowie die Verteilung der Äste.
Wenn der Baum schließlich fällt, darf er keine Gefahr für Helfer, Passanten, Häuser oder parkende Autos darstellen. Daher kann es sinnvoll sein, zuvor Warnschilder aufzustellen.
Den Baum leicht zurückschneiden
Insbesondere Bäume mit einer ausladenden Krone können zur Gefahr werden, wenn sie zu Boden fallen. Das verhindern Sie, indem Sie mit der Kettensäge zunächst die Äste einkürzen.
Anschließend sollten Sie den Stamm entasten. Entfernen Sie dafür sämtliche Äste und Zweige, die Sie beim anschließenden Fällschnitt behindern könnten. Sie müssen allerdings nicht den gesamten Stamm mit der Säge bearbeiten. Es reicht, wenn Sie das Geäst bis auf Schulterhöhe beseitigen.
Eine Fälltechnik festlegen
Möchten Sie einen Baum als Laie fällen, sollten Sie sich zunächst über die unterschiedlichen Methoden informieren.
Eine empfehlenswerte Technik besteht darin, den Stamm Stück für Stück abzusetzen. Das bedeutet, dass Sie erst die abstehenden Äste entfernen und danach etappenweise den Baumstamm absägen.
Zwar dauert diese Variante im Vergleich zum direkten Fällen etwas länger. Dafür sind Sie insbesondere als Anfänger auf der sicheren Seite.
Möchten Sie einen Baum dagegen innerhalb kurzer Zeit fällen, sägen Sie ihn unten am Stamm ab. Zuvor können Sie mit einem Keilschnitt die Fallrichtung beeinflussen.