Wuppertal: Neue Sitzbänke am Platz am Kolk stoßen auf geteilte Resonanz

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Nach Verzögerungen ist die Umgestaltung des zentralen Platzes abgeschlossen – doch über Aufenthaltsqualität, Lärmbelastung und fehlende Begrünung wird weiter diskutiert.

Nach monatelanger Verzögerung ist die Neugestaltung des Platzes am Kolk in Wuppertal abgeschlossen. Seit Ende November prägen massive Holzbänke das Bild des zentral gelegenen Areals. Die Maßnahme war als Aufwertung gedacht, fällt jedoch deutlich kleiner aus als ursprünglich geplant. Vorgesehen waren einst zusätzliche Grünflächen sowie eine Holzkonstruktion mit Stegen und einer zentralen Plattform. Steigende Materialkosten und Zeitdruck führten dazu, dass diese Elemente nicht realisiert wurden. Entsprechend unterschiedlich fällt nun die Bewertung in der Bevölkerung aus.

Der Platz wird bereits genutzt, etwa als Aufenthaltsort während kurzer Wartezeiten oder für Pausen im Alltag. Gleichzeitig wird die Gestaltung vielfach als zu karg wahrgenommen. Zwischen den bestehenden, im Winter unbelaubten Bäumen dominierten Betonflächen und Sitzmöbel, was dem Ort derzeit eine nüchterne Wirkung verleihe. Die Hoffnung vieler richtet sich auf die wärmeren Monate, in denen sich durch Witterung und stärkere Nutzung eine angenehmere Atmosphäre entwickeln könnte. Dennoch wird vielfach angeregt, durch zusätzliche Grün- oder Rasenflächen die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und den Platz insbesondere für Familien und Hundebesitzer attraktiver zu machen. Auch saisonale Nutzungen, etwa durch temporäre Marktstände oder Veranstaltungen im Winter, werden als Möglichkeit gesehen, dem Ort mehr Lebendigkeit zu verleihen.

Neben gestalterischen Aspekten spielen auch funktionale Fragen eine Rolle. Zweifel bestehen an der langfristigen Witterungsbeständigkeit der Holzbänke, insbesondere angesichts des häufig feuchten Klimas in der Region. Andere Beobachter verweisen darauf, dass die Sitzgelegenheiten trotz der zentralen Lage nicht ausreichend wahrgenommen würden, da viele Besucher Elberfelds den Bereich vor allem zum Einkaufen oder für kurze Erledigungen nutzen. Positiv hervorgehoben wird hingegen, dass die Bänke zumindest eine grundlegende Aufenthaltsmöglichkeit bieten und auch für Menschen ohne festen Wohnsitz eine deutlich bessere Alternative zum Sitzen oder Liegen auf dem Boden darstellen.

Kritik gibt es zudem an der Lage des Platzes selbst. Die hohe Verkehrsbelastung durch Autos, Busse, Taxis und gelegentlich Einsatzfahrzeuge mindere die Eignung als Ort der Ruhe erheblich. Gerade in den Wintermonaten verstärke die fehlende Beleuchtungsgestaltung diesen Eindruck. Dekorative Elemente oder eine gezielte Lichtinszenierung könnten nach Ansicht einiger Beobachter dazu beitragen, den Platz insbesondere in der dunklen Jahreszeit einladender wirken zu lassen.

Für Eltern und ältere Menschen stellen die neuen Sitzmöglichkeiten dennoch eine spürbare Verbesserung dar. In der Innenstadt mangelt es an frei verfügbaren Bänken, die nicht dauerhaft belegt sind. Der Platz am Kolk bietet nun zumindest die Möglichkeit zu kurzen Pausen, etwa bei Wegen mit Kinderwagen oder bei Arztbesuchen. Gleichzeitig wird jedoch der Wunsch nach kleineren, abgeschirmteren Sitzbereichen geäußert, die mehr Privatsphäre bieten und das Gefühl ständiger Beobachtung reduzieren.

Grundsätzliche Einwände richten sich gegen die Prioritätensetzung der Stadtentwicklung. Kritiker sehen in den Bänken keine Lösung für die eigentlichen Probleme der Innenstadt und verweisen auf Defizite in der Infrastruktur. Der Wegfall früherer Parkmöglichkeiten wird dabei ebenfalls bemängelt, da diese für kurze Erledigungen als praktisch empfunden wurden.

Ungeachtet der Kritik gibt es auch Zustimmung. Insbesondere Menschen, die sich regelmäßig und für begrenzte Zeit in Elberfeld aufhalten, schätzen die Möglichkeit, sich im Freien niederzulassen und dem Trubel geschlossener Räume kurzzeitig zu entziehen. Wie intensiv und vielfältig der Platz künftig genutzt wird, dürfte sich jedoch erst im kommenden Jahr zeigen, wenn Witterung und Alltag die neue Gestaltung auf eine dauerhafte Probe stellen.

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