Ab dem 1. April müssen Besucher der städtischen Schwimmbäder in Wuppertal voraussichtlich höhere Eintrittspreise zahlen. Die Verwaltung hat eine Erhöhung der Tarife um zehn Prozent vorgeschlagen, über die der Sportausschuss in Kürze entscheiden soll. Für eine reguläre Erwachsenenkarte würde der Preis damit von bislang 4,50 Euro auf fünf Euro steigen.
Hintergrund der geplanten Anpassung ist die allgemeine Kostenentwicklung der vergangenen Jahre. Seit der letzten umfassenden Tariferhöhung im Jahr 2010 sind die Preise insgesamt um rund 39 Prozent gestiegen. Eine vollständige Weitergabe dieser Entwicklung an die Badegäste hält die Verwaltung jedoch für nicht vertretbar, da dies sowohl eine erhebliche Belastung für die Besucher darstellen als auch die Eintrittspreise deutlich über das Niveau benachbarter Städte anheben würde. Dennoch liegt dem Sportausschuss eine Vergleichsrechnung mit einer Erhöhung um 39 Prozent vor, die einen Eintrittspreis von 6,30 Euro zur Folge hätte.
Mit der nun favorisierten Zehn-Prozent-Erhöhung soll zumindest ein Teil der bestehenden Einnahmelücke geschlossen werden. Im vergangenen Jahr lagen die Einnahmen aus dem Badebetrieb rund 475.000 Euro unter dem Haushaltsansatz von 1,9 Millionen Euro. Unabhängig davon bleibt der Betrieb der Bäder ein stark bezuschusstes Angebot. Der Kostendeckungsgrad liegt bei unter 20 Prozent.
Gleichzeitig erfüllen die städtischen Bäder eine zentrale Funktion für Schulen und Vereine. Von insgesamt 604.584 Besuchen im Jahr 2025 entfielen 252.361 auf den Schul- und Vereinssport, was einem Anteil von gut 40 Prozent entspricht. Besonders hoch ist dieser Wert im Schwimmleistungszentrum Küllenhahn, wo nahezu zwei Drittel der Nutzungen auf diesen Bereich entfallen. Damit leisten die Bäder einen wesentlichen Beitrag zur Schwimmausbildung und zum Leistungssport.
Die Schwimmoper bleibt mit 192.294 Besuchern das meistgenutzte Bad der Stadt. Es folgen das Gartenhallenbad Langerfeld mit 121.901 Besuchen, das Schwimmleistungszentrum mit 135.779, das Gartenhallenbad Cronenberg mit 84.118 sowie das Stadtbad Uellendahl mit 70.492 Besuchern. Insgesamt stieg die Zahl der Badegäste von 554.524 im Jahr 2024 auf knapp 605.000 im Jahr 2025 und liegt damit über dem Vor-Corona-Niveau des Jahres 2019, obwohl damals zeitweise ein Bad geschlossen war.
Die geplante Tarifanpassung betrifft auch Sonder- und Ermäßigungstarife. Familienkarten, Saunazuschläge sowie reduzierte Eintrittspreise sollen ebenfalls um zehn Prozent steigen. Kinder und Jugendliche zahlen künftig bis einschließlich 16 Jahre den ermäßigten Tarif, der von 1,50 auf 1,70 Euro angehoben werden soll. Auch die Nutzungsentgelte für Vermietungen, etwa für Trainingslager auswärtiger Vereine oder Kurse privater Schwimmschulen, sollen angepasst werden. Der Bedarf an Wasserflächen ist insbesondere bei Kinderschwimmkursen nach dem pandemiebedingten Einbruch deutlich gestiegen.
Der gleichzeitige Betrieb aller fünf Hallenbäder bleibt angesichts des knappen Fachpersonals eine organisatorische Herausforderung. Weitere Einsparungen im Personalbereich gelten als nicht realisierbar. In der Vergangenheit kam es bereits zu zeitweisen Einschränkungen der Öffnungszeiten aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle.
Zusätzlicher Personalbedarf entsteht im Sommer durch die Inbetriebnahme des neu errichteten Freibads Mählersbeck. Für den Betrieb sind sechs Saisonkräfte vorgesehen, zwei mehr als im früheren Freibad. Ausschlaggebend dafür ist die größere und komplexere Anlagenstruktur mit mehreren Becken und zusätzlichen Attraktionsbereichen. Der Einsatz der ersten Saisonkräfte ist ab April geplant, weitere sollen mit der Badöffnung im Mai folgen.
Für das neue Freibad, dessen Baukosten über 20 Millionen Euro betrugen, schlägt die Verwaltung eine deutlich stärkere Anhebung der Eintrittspreise vor. Während vor der Schließung des alten Bads im Jahr 2019 eine Erwachsenenkarte 3,50 Euro kostete, sollen künftig 6,50 Euro fällig werden. Der Eintrittspreis für Kinder im Alter von sechs bis 16 Jahren soll von 1,50 auf drei Euro steigen. Die Verwaltung begründet dies mit dem erheblich erweiterten Angebot der neuen Anlage.
Wuppertaler Schwimmbäder sollen ab April teurer werden
Horaires-piscine,aquagym/CCA