Die Selbsthilfe-Kontaktstelle der Stadt Wuppertal besteht seit zwei Jahrzehnten. Gemeinsam mit dem Verein für Psychosoziale Selbsthilfe und Angehörigengruppen, der auf 30 Jahre Arbeit zurückblickt, wird das Jubiläum im September intern begangen.
Seit 20 Jahren ist die Selbsthilfe-Kontaktstelle der Stadt Wuppertal eine Anlaufstelle für Menschen, die mit Erkrankungen, Behinderungen oder sozialen Belastungen leben. Sie informiert Betroffene, unterstützt bei der Gründung neuer Gruppen und vermittelt Kontakte zu bestehenden Angeboten. Seit Anfang 2026 befindet sich die Dienststelle unter der Leitung von Jens Kaldasch und Christian Stein im Westflügel der ehemaligen Bundesbahndirektion.
Zum Netzwerk der Kontaktstelle gehören zahlreiche Einrichtungen und Institutionen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich. Dazu zählen unter anderem Krankenhäuser, die AOK Wuppertal und das Sozialpsychiatrische Zentrum. Die Zusammenarbeit soll Betroffenen den Zugang zu Beratung und gemeinschaftlicher Unterstützung erleichtern.
Mehr als 160 Gruppen zu über 60 Themen
Die Selbsthilfe in Wuppertal hat sich insbesondere nach der Corona-Pandemie deutlich weiterentwickelt. Inzwischen bestehen mehr als 160 Gruppen zu über 60 unterschiedlichen Themenfeldern. Das Spektrum reicht von ADHS und psychischen Belastungen bis hin zu chronischen Erkrankungen wie Zöliakie.
Dabei geht es längst nicht ausschließlich um medizinische Fragen. Auch Themen wie Einsamkeit, mentale Gesundheit und sexuelle Diversität finden in den Gruppen Raum. Anfang 2026 stieß zudem das Thema „verlassene Eltern“ auf besonders großes Interesse. Als Reaktion darauf entstanden innerhalb kurzer Zeit drei neue Selbsthilfegruppen.
Neben den klassischen Gesprächs- und Unterstützungsangeboten haben sich weitere Formate entwickelt. Dazu gehört ein Selbsthilfechor, der 2025 gegründet wurde. Auch ein regelmäßiger Newsletter informiert über Aktivitäten und Angebote der Wuppertaler Selbsthilfe. Finanziell getragen wird die Arbeit unter anderem durch die Stadt Wuppertal und die Krankenkassen.
Gemeinschaft als wichtiger Bestandteil der Selbsthilfe
Die Bedeutung der Selbsthilfe geht über die gegenseitige Unterstützung bei konkreten Problemen hinaus. Die Gruppen schaffen Möglichkeiten für persönliche Begegnungen, soziale Kontakte und den Austausch von Erfahrungen. Gemeinsame Freizeitaktivitäten und Vorträge ergänzen die regelmäßigen Gruppentreffen.
Sozialdezernentin Annette Berg sieht darin einen wesentlichen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung seien entscheidende Voraussetzungen dafür, Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. Die Selbsthilfe zeige beispielhaft, welche tragfähigen Beziehungen entstehen können, wenn Menschen sich mit Engagement für gemeinsame Anliegen einsetzen.
Selbsthilfetag am 16. September
Einen Einblick in die Arbeit der verschiedenen Gruppen bietet der bundesweite Selbsthilfetag am 16. September in Wuppertal. Von 14 bis 18 Uhr können Interessierte die Akteure in den Räumen der AOK Wuppertal an der Bundesallee 265 kennenlernen.
Die Veranstaltung fällt in das Jubiläumsjahr der städtischen Selbsthilfe-Kontaktstelle, die seit 20 Jahren die Selbsthilfe in Wuppertal koordiniert und weiterentwickelt. Gleichzeitig blickt der Verein für Psychosoziale Selbsthilfe und Angehörigengruppen auf drei Jahrzehnte Tätigkeit zurück.
20 Jahre Selbsthilfe-Kontaktstelle: Wuppertal zählt mehr als 160 Gruppen
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