Stadt, WSW und Runder Tisch wollen über geschlechtsspezifische Gewalt aufklären und Hilfsangebote stärker in den öffentlichen Fokus rücken. Ein entsprechend gestalteter Linienbus soll die Botschaft durch das gesamte Stadtgebiet tragen.
Mit einer gemeinsamen Initiative wollen die Stadt Wuppertal und die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) stärker auf häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt aufmerksam machen. Unter dem Titel „Klare Linie gegen Gewalt“ haben die Stabsstelle Gleichstellung und Antidiskriminierung, die WSW sowie der Runde Tisch gegen häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt eine stadtweite Kampagne gestartet.
Zentrales Element ist ein Linienbus, der künftig mit dem Kampagnenmotiv im Wuppertaler Stadtgebiet unterwegs sein wird. Die Botschaft wird zusätzlich durch Plakate im öffentlichen Raum verbreitet. Auch in sämtlichen Bussen und Schwebebahnen werden Informationsplakate angebracht, um möglichst viele Menschen zu erreichen.
Gewalt betrifft alle gesellschaftlichen Bereiche
Die Initiative verfolgt mehrere Ziele: Sie soll über unterschiedliche Formen geschlechtsspezifischer Gewalt informieren, bestehende Beratungs- und Hilfsangebote bekannter machen und Betroffene dazu ermutigen, Unterstützung zu suchen. Darüber hinaus soll die Bevölkerung für das Thema sensibilisiert und zu mehr Zivilcourage im Alltag bewegt werden.
Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist weiterhin ein erhebliches gesellschaftliches Problem. Sie ereignet sich keineswegs ausschließlich im häuslichen Umfeld, sondern ebenso am Arbeitsplatz, im öffentlichen Raum und im öffentlichen Nahverkehr. Das Ausmaß wird durch aktuelle Zahlen aus Nordrhein-Westfalen unterstrichen: Im Jahr 2025 registrierte die Polizei landesweit 66.750 Opfer häuslicher Gewalt. Mehr als 71 Prozent davon waren Frauen oder Mädchen. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch deutlich höher liegen, da zahlreiche Übergriffe nicht angezeigt werden und somit in keiner polizeilichen Statistik auftauchen.
Stadt und WSW wollen Aufmerksamkeit schaffen
Oberbürgermeisterin Miriam Scherff sieht in der Kampagne ein klares Bekenntnis gegen jede Form von Gewalt an Frauen. Das Thema dürfe weder gesellschaftlich ausgeblendet noch verharmlost werden. Zugleich solle deutlich werden, dass Betroffene in Wuppertal auf Unterstützung und Solidarität zählen können.
Auch die Wuppertaler Stadtwerke nutzen ihre Reichweite im öffentlichen Nahverkehr, um die Aufmerksamkeit für das Thema zu erhöhen. Als Verkehrsbetrieb mit täglich zahlreichen Fahrgästen erreichen die WSW einen großen Teil der Bevölkerung. Die Präsenz der Kampagne in Bussen und Schwebebahnen soll dazu beitragen, Gewalt unmissverständlich zu verurteilen und das Bewusstsein für einen respektvollen Umgang miteinander zu stärken.
Ein QR-Code auf den Kampagnenmaterialien führt direkt zu weiterführenden Informationen und konkreten Unterstützungsangeboten. Damit erhalten Betroffene sowie interessierte Bürger eine niedrigschwellige Möglichkeit, sich über Beratungsstellen und Hilfsmöglichkeiten zu informieren.
Die Initiative ist aus der Zusammenarbeit der beteiligten Partner am Runden Tisch gegen häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt Wuppertal hervorgegangen. Weitere Informationen zur Kampagne und zu bestehenden Hilfsangeboten stellt die Stadt unter www.wuppertal.de/gewaltfrei bereit.
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