Soziale Einrichtung an der Gathe begleitet junge Menschen von der Geburt bis ins Erwachsenenalter – Jubiläumsfeier würdigt jahrzehntelange Präventionsarbeit
Die Alte Feuerwache an der Gathe in Wuppertal hat ihr 35-jähriges Bestehen gefeiert. Seit ihrer Eröffnung im November 1991 hat sich die Einrichtung zu einer wichtigen Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Familien entwickelt. Mit einem umfassenden Betreuungs- und Förderangebot unterstützt sie junge Menschen von der Schwangerschaft bis zum 21. Lebensjahr und leistet damit einen bedeutenden Beitrag zur sozialen Prävention im Quartier.
Anlässlich des Jubiläums kamen am Dienstagabend ehemalige und aktuelle Mitarbeiter sowie zahlreiche Gäste zusammen. Im Mittelpunkt standen die Entwicklung der Einrichtung, ihre pädagogischen Konzepte und die Bedeutung einer kontinuierlichen Begleitung junger Menschen. Die Alte Feuerwache wurde am 21. November 1991 unter der Trägerschaft des Nachbarschaftsheims als Jugend- und Begegnungsstätte eröffnet. Zu den Wegbegleitern der ersten Stunde gehörte der damalige Sozialdezernent Stefan Kühn, der die Einrichtung aufgrund ihrer langjährigen Arbeit als besondere Bereicherung für den Stadtteil bezeichnete. Auch seine Nachfolgerin Annette Berg würdigte das Angebot als wichtigen Bestandteil der sozialen Infrastruktur am Fuße des Ölbergs.
Rund 50 Kräfte engagieren sich für Kinder und Familien
Unter der Geschäftsführung von Bahar Celik arbeiten inzwischen rund 50 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter sowie Bundesfreiwilligendienstleistende in der Alten Feuerwache. Sie kümmern sich um etwa 80 Kinder und deren Familien. Zum täglichen Angebot gehören auch kostenlose warme Mahlzeiten, die durch Spenden finanziert werden. Selbst ehemalige Mitarbeiter bleiben der Einrichtung teilweise über ihre aktive Dienstzeit hinaus verbunden und unterstützen deren Arbeit weiterhin.
Das pädagogische Konzept basiert auf einer durchgängigen Präventionskette. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche über verschiedene Lebensphasen hinweg individuell zu fördern und ihnen verlässliche Unterstützung anzubieten. Das Angebot umfasst vier aufeinander abgestimmte Bereiche.
Bereits während der Schwangerschaft und in den ersten drei Lebensjahren erhalten Familien entsprechende Unterstützung. Für Kinder im Alter von vier Monaten bis sechs Jahren steht anschließend der Kulturkindergarten zur Verfügung. Dort bilden frühkindliche Bildung, Sprach- und Leseförderung sowie Maßnahmen gegen Kinderarmut wichtige Schwerpunkte.
Im Alter zwischen sechs und 14 Jahren können Kinder und Jugendliche die Angebote des offenen Kinder- und Jugendbereichs nutzen. Ergänzt wird die Betreuung durch eine pädagogische Werkstatt und eine Kulturwerkstatt. Dabei stehen individuelle Förderung, gemeinschaftliches Lernen und kreative Beschäftigung im Vordergrund.
Für Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren gibt es Angebote zur beruflichen Qualifizierung und zur Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben. Hinzu kommen geschlechtsspezifische Projekte sowie Maßnahmen zur Integration junger Geflüchteter. Auch die Vermittlung von Strategien zur Konfliktbewältigung gehört zum pädagogischen Konzept. Ein wesentlicher Ansatz besteht darin, Spannungen frühzeitig zu erkennen und Auseinandersetzungen möglichst zu verhindern.
Für sportliche Aktivitäten kann die Einrichtung zweimal wöchentlich die benachbarte Sporthalle Gathe nutzen. Darüber hinaus besteht eine Zusammenarbeit mit den Grundschulen an der Markomannenstraße und der Marienstraße.
Kinder präsentieren ihre eigenen Selbstporträts
Ein besonderer Bestandteil der Jubiläumsveranstaltung war die Ausstellung „Ein Bild von mir“. Dafür hatten die betreuten Kinder eigene Porträts angefertigt und ihre Bilder mit persönlichen Texten ergänzt. Die Arbeiten wurden auf Stellwänden im Innenhof der Alten Feuerwache präsentiert. Sie geben Einblicke in die Gedankenwelt und Lebenssituationen der jungen Künstler und machen zugleich deren kreative Fähigkeiten sichtbar.
Die entstandenen Selbstbildnisse wurden zusätzlich in einer Broschüre dokumentiert. Einige der Kinder formulierten darin bereits konkrete berufliche Zukunftsvorstellungen. So äußerten zwei Mädchen im Alter von knapp zehn Jahren den Wunsch, später als Kinderärztinnen zu arbeiten.
Die Ausstellung wird nach der Präsentation in der Alten Feuerwache als Wanderausstellung fortgesetzt. Bis zum 16. November sind die Porträts in den Wuppertaler City-Arkaden zu sehen.
Auch Joachim Heiß, der erste Geschäftsführer der Einrichtung, nahm an den Feierlichkeiten teil. In einem ausführlichen Rückblick erinnerte er insbesondere an die Anfangsjahre und die Entwicklung der sozialen Arbeit vor Ort. Historische Fotografien und Aufnahmen aktueller Angebote ergänzten seinen Vortrag auf einer Videowand. Dabei wurden unter anderem frühere und heutige Möglichkeiten der kulturellen Beteiligung, etwa Theaterprojekte, vorgestellt.
Den Abschluss des Jubiläumsabends bildete ein internationales Buffet, das den Gästen Gelegenheit zum Austausch über die Geschichte und die gegenwärtige Arbeit der Alten Feuerwache bot.
Alte Feuerwache in Wuppertal: Seit 35 Jahren eine wichtige Anlaufstelle für Kinder und Familien
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