Auktion in der Wuppertaler Schwebebahn: Seltene Pokémon-Karten für rund 30.000 Euro versteigert

Daniel H/CCA



Mit einer außergewöhnlichen Verkaufsaktion haben zwei Sammler aus Wuppertal versucht, den Verkauf einer wertvollen Pokémon-Kollektion in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken. Für eine zweistündige Live-Auktion mieteten sie eine Schwebebahn und übertrugen die Versteigerung ihrer Kartenbox per Livestream aus dem fahrenden Zug.

Versteigert wurde eine original verschlossene Box der deutschen Pokémon-Erstausgabe, die rund 30 Jahre alt ist. Sie enthält 36 versiegelte Boosterpacks mit jeweils zehn Sammelkarten. Nach Angaben der Veranstalter hatten sie die Box zuvor für knapp 30.000 Euro von einem Sammler erworben.

Die einzelnen Boosterpacks wurden während der Auktion für durchschnittlich 600 bis 650 Euro verkauft. Sofern die Käufer zustimmten, öffneten die Veranstalter die versiegelten Packungen unmittelbar im Livestream. Zuschauer konnten dadurch verfolgen, welche Karten zum Vorschein kamen und ob sich besonders seltene Exemplare darunter befanden. Einige Käufer entschieden sich jedoch bewusst dagegen und wollten ihre ersteigerten Booster ungeöffnet mit nach Hause nehmen.

Vor dem Öffnen wurden sämtliche Kartenpäckchen gewogen. Hintergrund ist, dass holografische Karten aufgrund ihres Materials geringfügig schwerer sind als gewöhnliche Exemplare. Ein höheres Gewicht gilt unter Sammlern deshalb als möglicher Hinweis auf besonders wertvolle Inhalte, auch wenn es keine Garantie für einen seltenen Fund darstellt.

Zu den begehrtesten Karten der ersten deutschen Edition zählt insbesondere Glurak. Exemplare in außergewöhnlich gutem Zustand erzielen auf dem Sammlermarkt Preise von bis zu 50.000 Euro. Ob sich eine solche Karte in den während der Auktion ungeöffnet gebliebenen Boosterpacks befindet, ist nicht bekannt.

Die wertvollste während der Live-Auktion entdeckte Karte war ein Turtok. Befindet sich diese in einem sehr guten Erhaltungszustand, kann ihr Marktwert nach Einschätzung von Sammlern bei bis zu 8.500 Euro liegen.

Für die beiden Veranstalter entwickelte sich die ungewöhnliche Verkaufsaktion wirtschaftlich jedoch nicht wie erhofft. Neben den Investitionskosten für die Karten fielen rund 1.400 Euro für die Anmietung der Schwebebahn an. Trotz der Versteigerung aller angebotenen Booster entstand nach eigenen Angaben ein Verlust von mehr als 4.000 Euro. Als mögliche Gründe für die geringere Nachfrage nannten sie unter anderem das ungewöhnliche Konzept der Auktion.

Die Begeisterung für Pokémon-Sammelkarten bleibt unterdessen ungebrochen. Für viele Sammler verbinden die Karten nostalgische Erinnerungen mit dem Reiz des Sammelns. Gleichzeitig gelten seltene Erstauflagen aufgrund ihrer begrenzten Verfügbarkeit als begehrte Wertobjekte mit erheblichem Entwicklungspotenzial auf dem Sammlermarkt.

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