Die Bezirksregierung Düsseldorf hat den Doppelhaushalt der Stadt Wuppertal für die Jahre 2026 und 2027 sowie das dazugehörige Haushaltssicherungskonzept genehmigt. Damit ist die Stadt wieder vollständig handlungsfähig und kann die vorgesehenen Investitionen sowie geplanten Projekte umsetzen.
Mit dem Haushaltssicherungskonzept musste Wuppertal darlegen, wie innerhalb der kommenden zehn Jahre ein ausgeglichener Haushalt erreicht werden soll. Ziel ist es, die finanzielle Stabilität der Stadt bis 2036 wiederherzustellen. Die Bezirksregierung bewertet das Konzept grundsätzlich als tragfähige Grundlage, machte jedoch deutlich, dass einzelne Maßnahmen überarbeitet werden müssen. So wurde die geplante Berücksichtigung der Corona-bedingten Bilanzierungshilfen als Konsolidierungsmaßnahme nicht anerkannt.
Trotz der Genehmigung bleibt die finanzielle Lage angespannt. Für 2026 rechnet die Stadt mit einem Defizit von 128,2 Millionen Euro, für 2027 mit einem Fehlbetrag von 125,1 Millionen Euro. Die Ausgleichsrücklage wird bereits in diesem Jahr vollständig aufgebraucht. Entlastung bringt die Übernahme von Altschulden durch das Land Nordrhein-Westfalen in Höhe von rund 334,9 Millionen Euro.
Das Haushaltssicherungskonzept umfasst 41 Maßnahmen und 114 Teilmaßnahmen, die den städtischen Haushalt bis 2036 um insgesamt rund 1,014 Milliarden Euro entlasten sollen. Geplant sind unter anderem eine effizientere Verwaltungsorganisation, der verstärkte Einsatz digitaler Prozesse und Künstlicher Intelligenz sowie ein schrittweiser Personalabbau durch natürliche Fluktuation. Ergänzend soll eine integrierte Sozialstrategie präventive Angebote stärken und vorhandene Ressourcen gezielter einsetzen.
Ungeachtet der Sparmaßnahmen hält die Stadt an umfangreichen Investitionen fest. Allein für den Schulbau sind in den Jahren 2026 und 2027 mehr als 185 Millionen Euro vorgesehen. Darüber hinaus plant Wuppertal Kreditaufnahmen von rund 198,3 Millionen Euro im Jahr 2026 sowie etwa 250,2 Millionen Euro im Jahr 2027, insbesondere für die Verkehrs- und Gebäudeinfrastruktur.
Nach Einschätzung der Bezirksregierung schafft der genehmigte Haushalt die Grundlage für eine langfristige Sicherung der finanziellen Handlungsfähigkeit und ermöglicht zugleich notwendige Zukunftsinvestitionen. Auch der Interimskämmerer sieht das Haushaltssicherungskonzept als tragfähige Basis, um wichtige Projekte der Stadt weiter voranzutreiben.
Die Ratsfraktionen von SPD und CDU begrüßten die Genehmigung. Sie sehen darin mehr Planungssicherheit und die Möglichkeit, freiwillige Zuschüsse an Vereine und soziale Träger verlässlich auszuzahlen. Die FDP/WfW-Fraktion bewertet die Entscheidung dagegen deutlich kritischer. Zwar werde die gewonnene Planungssicherheit anerkannt, die Genehmigung ändere jedoch nichts an den bestehenden strukturellen Finanzproblemen der Stadt. Nach Auffassung der Fraktion bleibt eine konsequente und transparente Haushaltskonsolidierung weiterhin erforderlich.
Bezirksregierung genehmigt Wuppertaler Doppelhaushalt 2026/27
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