Feuerwehr bekämpft Großbrand über Stunden – Ausfahrt der A46 bleibt gesperrt
Ein Großbrand hat am Mittwochabend die als „Gelbe Villa“ bekannte leerstehende Gründerzeitvilla am Robert-Koch-Platz in Wuppertal schwer beschädigt. Das seit Jahren verlassene Gebäude, das als sogenannter „Lost Place“ bekannt ist, stand bereits 2021 nach einem Feuer im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Auch diesmal waren zahlreiche Einsatzkräfte über viele Stunden mit den Löscharbeiten beschäftigt.
Die Feuerwehr wurde kurz vor 20 Uhr wegen einer starken Rauchentwicklung alarmiert. Bereits beim Eintreffen der ersten Kräfte war das Gebäude vollständig verraucht, während Flammen aus dem Dachgeschoss schlugen. Personen befanden sich nach bisherigen Erkenntnissen nicht in der Villa.
Erst am Donnerstagmorgen konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden. Der Einsatz war zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht beendet, da sich im Dachbereich weiterhin Glutnester befanden und einzelne Flammen immer wieder aufflammten. Mehrere schwer zugängliche Bereiche erschwerten die Nachlöscharbeiten erheblich.
Zur Brandbekämpfung kam unter anderem ein Teleskopmast der Feuerwehr Dortmund zum Einsatz. Von der nahe gelegenen A46 aus wurde das Feuer seit den Nachtstunden aus großer Höhe bekämpft. Aufgrund der Arbeiten blieb die Ausfahrt Wuppertal-Barmen in Fahrtrichtung Dortmund weiterhin gesperrt. Die Sperrung führte insbesondere im Berufsverkehr zu erheblichen Verkehrsbehinderungen und langen Staus im Umfeld der Einsatzstelle. Trotz der Absperrungen fuhren einzelne Autofahrer in den gesicherten Bereich.
Ein Innenangriff wurde von der Feuerwehr ausgeschlossen. Wegen der massiven Schäden und der akuten Einsturzgefahr galt das Betreten des Gebäudes als zu riskant. Stattdessen konzentrierten sich die Einsatzkräfte auf die Brandbekämpfung von außen. Neben mehreren Drehleitern waren zahlreiche Trupps am Boden im Einsatz, die das Feuer eindämmten und umliegende Bäume kühlten, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.
Während des Einsatzes warnte die Feuerwehr die Bevölkerung über die Warn-App Nina vor starker Rauchentwicklung im Bereich zwischen Oberbarmen und Ostersbaum. Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten. Auch am Donnerstagmorgen galt diese Empfehlung für das unmittelbare Umfeld der Brandstelle weiterhin. Im Helios-Klinikum löste die Rauchmeldeanlage aus, eine Evakuierung war jedoch nicht erforderlich, da nach Einschätzung der Feuerwehr keine akute Gesundheitsgefahr bestand.
Zeitweise waren rund 50 Feuerwehrkräfte im Einsatz. Neben der Berufsfeuerwehr unterstützten auch der Löschzug Langerfeld sowie die Drohneneinheit der Freiwilligen Feuerwehr die Löscharbeiten.
Zur Ursache des Feuers liegen bislang keine Erkenntnisse vor. Wenige Zeit vor dem Großbrand war die Feuerwehr bereits zu einem Einsatz an einem ehemaligen Fabrikgebäude in der Nähe ausgerückt, wo Unrat brannte. Ob zwischen beiden Bränden ein Zusammenhang besteht, ist Gegenstand der Ermittlungen. Die Kriminalpolizei kann ihre Untersuchungen jedoch erst aufnehmen, nachdem die Feuerwehr den Einsatz vollständig beendet und das Gebäude freigegeben hat.
Nach Einschätzung der Einsatzkräfte dürfte die stark beschädigte Villa kaum noch zu erhalten sein. Das Gebäude befindet sich seit Jahrzehnten im Besitz der Familie Rhode und steht zwar unter Bestandsschutz, jedoch nicht unter Denkmalschutz. Aufgrund seines maroden Zustands und seiner abgelegenen Lage war die Villa in den vergangenen Jahren wiederholt Ziel von Vandalismus und unerlaubten Besuchen. Trotz umfangreicher Sicherungsmaßnahmen gelang es den Eigentümern nur mit erheblichem Aufwand, unbefugten Zutritt dauerhaft zu verhindern. Das Gebäude wurde deshalb über Jahre hinweg als einer der bekanntesten verlassenen Orte der Region geführt.
Brand zerstört bekannte leerstehende Villa in Wuppertal – Löscharbeiten dauern an
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