BUGA 2031: Wuppertals Königshöhen werden zum neuen Landschaftsraum

Daniel H/CCA



Hängebrücke, Seilbahn und neue Freiflächen

Auf der Königshöhe soll bis zur Bundesgartenschau 2031 ein neues Landschafts- und Erholungsareal entstehen. Im Mittelpunkt steht die sogenannte „Wupperpforte“, eines von drei zentralen Bereichen der dezentralen Gartenschau in Wuppertal. Geplant sind unter anderem eine 849 Meter lange Hängebrücke über das Tal, eine Seilbahn zum Grünen Zoo sowie neue Wege und Aufenthaltsflächen.

Bei einer Führung der Wuppertaler Rundschau erhielten rund 30 Teilnehmer Einblicke in den aktuellen Planungsstand. BUGA-Geschäftsführerin Susanne Brambora-Schulz und Projektleiter Niclas Lehr erläuterten vor Ort die vorgesehenen Veränderungen.

Eine zentrale Funktion übernimmt die geplante Verbindung zwischen Königshöhe und Kaiserhöhe. Dort stehen sich der Von der Heydt-Turm und der Weyerbuschturm gegenüber. Die historische Sichtbeziehung zwischen den beiden Aussichtstürmen soll wieder stärker zur Geltung kommen. Der Verlauf der Hängebrücke wurde deshalb so geplant, dass sie die Sichtachse zwischen den Türmen nicht beeinträchtigt.

849 Meter über dem Tal

Nach derzeitiger Planung wird die Hängebrücke 1,90 Meter breit sein. Rund 760 Meter des Bauwerks sollen frei über dem Tal verlaufen. Vorgesehen ist zudem ein seitlicher Aufzug. Fahrräder dürfen die Brücke voraussichtlich nicht fahrend überqueren. Ob sie geschoben werden dürfen, ist noch Gegenstand der weiteren Planung.

Auch die künftigen Betriebszeiten stehen noch nicht endgültig fest. Für die Sicherheit sollen unter anderem Videoüberwachung und Alarmsysteme sorgen. Bei der Führung konnten die Teilnehmer das geplante Bauwerk bereits virtuell erleben. Eine VR-Anwendung vermittelt den Blick von der Brücke bei Tag und bei Nacht.

Die Simulation ist kostenlos und derzeit im Smart Lab im Hauptbahnhof verfügbar. Ab Anfang September soll sie auch im BUGA-Lokal an der Kaiserstraße 4 angeboten werden.

Wasserhochbehälter wird Teil einer neuen Lichtung

Auch rund um den Von der Heydt-Turm sind umfangreiche Veränderungen vorgesehen. Ein derzeit nicht zugänglicher Bereich um einen Wasserhochbehälter soll künftig geöffnet werden. Der Behälter wird nicht mehr benötigt, soll jedoch wegen des erheblichen Aufwands nicht aus dem Boden entfernt werden.

Auf der darüberliegenden Fläche ist eine kreisrunde Wiesenlichtung geplant. Sie soll über eine Freitreppe sowie einen barrierefreien Weg erreichbar sein. Während der Bundesgartenschau ist dort eine sogenannte Kunstlichtung vorgesehen, auf der wechselnde Landart-Installationen präsentiert werden.

Auf der Kaiserhöhe sind ebenfalls neue Aufenthaltsmöglichkeiten geplant. Picknicktische, Sonnenliegen und Bänke sollen den Bereich für Besucher attraktiver machen. Zusätzlich sind sanitäre Anlagen vorgesehen.

Baumfällungen trotz möglichst geringer Eingriffe

Bei der Umsetzung soll der vorhandene Naturraum möglichst weitgehend erhalten bleiben. Baumfällungen lassen sich nach Angaben der BUGA-Verantwortlichen jedoch nicht vollständig vermeiden. Für gefällte Bäume sind abhängig vom jeweiligen Fall Ersatzpflanzungen im Verhältnis von eins zu zwei beziehungsweise eins zu vier vorgesehen.

Ein Teil der Bäume im Gebiet ist zudem bereits erkrankt und müsste unabhängig von der Bundesgartenschau entfernt werden.

Seilbahn verbindet die BUGA-Standorte

Am Erbslöh-Weg entsteht ein weiterer wichtiger Bestandteil der „Wupperpforte“. Dort ist die Bergstation der geplanten Seilbahn vorgesehen. Die Strecke soll vom Stadion am Zoo über eine Mittelstation im eigenständigen BUGA-Kernareal Grüner Zoo bis zur Königshöhe führen.

Damit soll die Seilbahn mehrere Standorte der dezentral konzipierten Bundesgartenschau miteinander verbinden. Wie die Hängebrücke ist sie nicht nur für die 180 Veranstaltungstage vorgesehen, sondern soll auch nach dem Ende der BUGA dauerhaft genutzt werden.

BUGA als Stadtentwicklungsprojekt

Die Verantwortlichen verstehen die Bundesgartenschau ausdrücklich als langfristiges Stadtentwicklungsprojekt. Während der ersten BUGA 1951 in Hannover vor allem Gartenbau und gärtnerische Präsentationen im Mittelpunkt standen, sollen heute dauerhafte Freiräume und Infrastruktur geschaffen werden.

Temporäre Ausstellungskonzepte und gärtnerische Schauen werden auf die Veranstaltungsdauer begrenzt. Nach dem Ende der BUGA sollen Zäune und Absperrungen verschwinden und die dauerhaft gestalteten Flächen der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Für investive Maßnahmen sind derzeit rund 74 Millionen Euro veranschlagt. Ein möglichst großer Teil der Summe soll über Fördermittel finanziert werden. Diese Mittel sind zweckgebunden und können daher nicht für andere kommunale Aufgaben wie den Straßen- oder Schulbau eingesetzt werden.

Bis 2031 müssen die Planungen auf der Königshöhe noch in mehreren Bereichen umgesetzt werden. Neben den gärtnerischen und landschaftsplanerischen Elementen stehen dabei insbesondere die neue Hängebrücke und die Seilbahn für den Anspruch der BUGA, Wuppertal langfristig infrastrukturell und städtebaulich weiterzuentwickeln.

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