Nach der im Sommer angekündigten Schließung zeichnet sich für den Wuppertaler U-Club möglicherweise doch noch eine Perspektive ab. Das Betreiberteam versucht, den seit mehr als drei Jahrzehnten bestehenden Club mithilfe von Spenden und einer neu gegründeten Vereinsstruktur vor dem Aus zu bewahren.
Gemeinnütziger Verein als Rettungsansatz
Um die akute finanzielle Lage zu stabilisieren, haben die Verantwortlichen einen gemeinnützigen Verein gegründet. Ziel ist es, über Spenden kurzfristig eine Finanzierungslücke zu schließen. Parallel dazu soll die anerkannte Gemeinnützigkeit im kommenden Jahr die Voraussetzung schaffen, Fördermittel von Bund und Land beantragen zu können. Die Anerkennung durch das Finanzamt liegt bereits vor, sodass Spendenquittungen ausgestellt werden können.
Austausch mit Stadt und Landespolitik
Ende November kam es zu einem Treffen zwischen dem U-Club-Team, Vertretern der Stadt Wuppertal, der Wirtschaftsförderung sowie Landespolitikern. Das Gespräch wurde von der Dritten Bürgermeisterin Dagmar Liste-Frinker initiiert. Der Austausch und die dort geäußerte Unterstützung haben dem Club neue Hoffnung gegeben und den Entschluss bestärkt, weitere Rettungsversuche zu unternehmen.
Eine direkte finanzielle Beteiligung der Stadt Wuppertal bleibt jedoch aus. Mitte Dezember wurde dem Verein mitgeteilt, dass kommunale Mittel für den Erhalt des Clubs nicht zur Verfügung stehen.
Finanzielle Herausforderungen bleiben erheblich
Der U-Club hatte im Juli bekanntgegeben, den Betrieb zum Jahresende einstellen zu müssen. Trotz seiner langen Geschichte und seiner Bedeutung für die Reggae-Szene sowie weitere Subkulturen blieb auch dieser Veranstaltungsort nicht von den Folgen veränderter Ausgehgewohnheiten und des allgemeinen Clubsterbens verschont. Nach Angaben des Betreiberteams fehlen jährlich rund 100.000 Euro, um den Club wirtschaftlich tragfähig zu führen.
Kurzfristig setzen die Verantwortlichen nun auf die Unterstützung aus der Szene und der Stadtgesellschaft. Gelingt es, über den Jahreswechsel ausreichend Spenden zu sammeln, könnten die laufenden Kosten zunächst gedeckt werden, bis Förderanträge auf Landes- und Bundesebene gestellt werden können.
Letzte Veranstaltungen laufen
Ungeachtet der neuen Bemühungen laufen derzeit die vorerst letzten Veranstaltungen im U-Club. Nach aktuellem Stand ist weiterhin geplant, an Silvester die bislang letzte Party in den Räumen des Clubs zu feiern. Ob es darüber hinaus eine Fortsetzung geben kann, hängt maßgeblich vom Erfolg der Spendenkampagne in den kommenden Wochen ab.
Clubsterben: U-Club in Wuppertal setzt auf Spenden und Förderperspektiven
Wjatscheslaw Argenberg/CCA