Wuppertaler Bühnen zeigen Theaterinszenierung im Engelsgarten – Aufführung beleuchtet das Schicksal der Familie Frank und die Bedeutung der Erinnerung
Das Schauspiel Wuppertal nimmt „Das Tagebuch der Anne Frank“ wieder in den Spielplan auf. Die Inszenierung von Anne Mulleners wird am Samstag, 24. Oktober, um 19.30 Uhr im Theater am Engelsgarten aufgeführt. Grundlage ist das Bühnenstück von Frances Goodrich und Albert Hackett in der deutschen Übersetzung von Robert Schnorr. Die Produktion entsteht in Kooperation mit dem internationalen Figurentheaterfestival FIDENA.
Im Mittelpunkt steht das Leben der jüdischen Jugendlichen Anne Frank, deren Tagebuch zu einem der bedeutendsten Zeugnisse der nationalsozialistischen Verfolgung geworden ist. Geboren am 12. Juni 1929, zog Anne mit ihrer Familie angesichts des zunehmenden Antisemitismus und der wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach Amsterdam. Nach der Besetzung der Niederlande durch die Nationalsozialisten im Jahr 1940 verschärfte sich die Bedrohung für die Familie.
1942 suchten Anne Frank, ihre Eltern und ihre Schwester Margot Zuflucht in einem Versteck im Hinterhaus des Unternehmens ihres Vaters Otto Frank. Zu ihrem 13. Geburtstag erhielt Anne ein Tagebuch, in dem sie ihre Gedanken, Erlebnisse und Beobachtungen festhielt. Das Versteck wurde knapp zwei Jahre später entdeckt. Die Familie wurde deportiert; Anne starb im Februar 1945 im Konzentrationslager. Ihr Vater überlebte als einziges Familienmitglied. Nach Kriegsende gelangte das Tagebuch in seine Hände. Mit Unterstützung von Freunden veranlasste er die Veröffentlichung. 1947 erschien das Werk erstmals unter dem niederländischen Titel „Het Achterhuis“.
Die Inszenierung richtet den Blick nicht allein auf die historischen Ereignisse, sondern auch auf deren Bedeutung für die Gegenwart. Sie fragt danach, welche Relevanz Anne Franks Erfahrungen angesichts des zunehmenden Rechtsrucks und des gesellschaftlichen Umgangs mit der Vergangenheit besitzen. Regie führt Anne Mulleners, die in der vergangenen Spielzeit bereits das Stück „Falsch“ inszeniert hat.
An der Produktion wirken Julia Meier als Anne Frank und Alexander Peiler als Otto Frank mit. Julia Wolff spielt Edith Frank, Annes Mutter. Aline Blum übernimmt die Rollen Margots und Mieps. Weitere Figuren verkörpern Lucas Brosch, Paula Püschel und Kevin Wilke. Für Bühne und Kostüme zeichnen Matthias Dielacher und Chani Lehmann verantwortlich. Sara Hasenbrink betreut den Puppenbau und das Puppenspiel-Coaching, die Dramaturgie übernimmt Marie-Philine Pippert.
Die Aufführung dauert etwa 95 Minuten und wird ohne Pause gespielt. Ergänzend bietet das Theater eine theaterpädagogische Begleitung an. Ansprechpartnerin für interessierte Gruppen ist Charlotte Arndt, Theaterpädagogin im Schauspiel, telefonisch unter 0202 563 7646.
Das Theater am Engelsgarten befindet sich in der Engelsstraße 18 in Wuppertal. Weitere Informationen und Einzelheiten zum Spielplan sind auf der Internetseite der Wuppertaler Bühnen unter www.schauspiel-wuppertal.de verfügbar.
„Das Tagebuch der Anne Frank“ kehrt auf die Bühne in Wuppertal zurück
Daniel H/CCA