Das Quartiersprojekt „Die Krawatte“ in Heckinghausen und der „Offene Mittagstisch“ des Nachbarschaftsheims am Platz der Republik in Elberfeld wurden mit dem Förderpreis „Gesunde Nachbarschaften“ der AOK Bergisches Land ausgezeichnet. Beide Initiativen erhielten jeweils 1000 Euro für ihr besonderes Engagement zur Förderung eines gesunden und solidarischen Nachbarschaftslebens.
Zwei Preisträger aus Wuppertal
Im Rahmen einer Feierstunde überreichte Christiane Otto, Regionaldirektorin der AOK Bergisches Land, die symbolischen Schecks an die Vertreter der Projekte. Die beiden Wuppertaler Initiativen wurden aus insgesamt 61 Bewerbungen ausgewählt – ein Beleg für die Qualität und Wirkung ihrer Arbeit.
„Die Krawatte“ – Raum für Begegnung und Integration
Das Projekt „Die Krawatte“ hat seinen Sitz in einer ehemaligen Krawattenfabrik in Heckinghausen. Der historische Raum ist heute ein lebendiger Treffpunkt, der Menschen unterschiedlicher Herkunft, Altersgruppen und sozialer Hintergründe zusammenbringt. Ziel des Projekts ist es, Barrieren zu überwinden, Freundschaften zu fördern und die gesellschaftliche Teilhabe zu stärken.
Besonders im Fokus stehen geflüchtete Kinder und ihre Familien, die durch vielfältige Angebote unterstützt werden. Dazu zählen ein Waldprojekt, in dem Kinder soziale Kompetenzen spielerisch entwickeln, sowie kreative Workshops, Leseclubs und Sprachkurse. Unterstützt wird die Arbeit von etwa 85 ehrenamtlichen „Brückenbauern“, viele von ihnen selbst mit Migrationsgeschichte. Sie begleiten Neuankömmlinge im Alltag, sei es bei Behördengängen, Arztbesuchen oder beim Erlernen der deutschen Sprache.
Dorothee van den Borre, die das Projekt leitet, beschreibt das Engagement der Ehrenamtlichen als „Hoffnungsgeschichte“. Menschen, die einst Unterstützung benötigten, werden selbst zu Unterstützern und tragen dazu bei, ein harmonisches Zusammenleben im Quartier zu ermöglichen.
Der „Offene Mittagstisch“ am Platz der Republik
Das Nachbarschaftsheim in Elberfeld erhielt den Förderpreis für seinen „Offenen Mittagstisch“. Ehrenamtliche Köchinnen aus verschiedenen Nationen bereiten Gerichte zu, die den Geschmack der Gäste treffen und dabei auf kulturelle und religiöse Besonderheiten Rücksicht nehmen. Schweinefleisch wird beispielsweise generell nicht verwendet, und auch vegane Gerichte gehören zum Repertoire.
Andrea Knoll, Leiterin des Projekts, berichtet von der besonderen Atmosphäre beim gemeinsamen Essen. Neben der kulinarischen Vielfalt entstehen hier Begegnungen, Freundschaften und ein Gefühl der Gemeinschaft. Viele Besucher sind mittlerweile Stammgäste, die auch mit kleinen Spenden zur Finanzierung des Projekts beitragen.
Eine starke Nachbarschaft als Ziel
Sowohl in Heckinghausen als auch am Platz der Republik steht der Gedanke der gesunden Nachbarschaft im Mittelpunkt. Menschen unterschiedlicher Hintergründe begegnen sich, unterstützen einander und gestalten gemeinsam das Leben in ihrem Quartier. Beide Initiativen zeigen, wie Integration und Zusammenhalt gelingen können – ein Beispiel, das weit über die Stadtgrenzen Wuppertals hinausstrahlt.
Mit dem Förderpreis der AOK wird die Arbeit der Projekte nicht nur gewürdigt, sondern auch finanziell unterstützt, damit sie ihre wertvolle Arbeit fortsetzen und ausbauen können.