EBITA: Was steckt hinter dieser Kennzahl und warum ist sie wichtig?

Foto: Achim Otto

Die Kennzahl EBITA ist ein wichtiger Indikator für die operative Leistungsfähigkeit eines Unternehmens. Sie ist für Unternehmensverantwortliche genauso wichtig wie für Investoren und Kreditgeber. Dieser Artikel zeigt, was das EBITA genau darstellt, wie es sich von anderen Kennzahlen unterscheidet und wo die Grenzen seiner Aussagefähigkeit liegen.

Was bedeutet EBITA?

Die Abkürzung EBITA steht für „Earnings Before Interest, Taxes and Amortization“, auf Deutsch: Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte.

Diese Kennzahl stellt damit den Gewinn dar, den ein Unternehmen aus seinem operativen Geschäft erwirtschaftet hat. Gewinne oder Verluste aus Zins- und Steuerzahlungen werden dadurch ebenso wenig berücksichtigt wie Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (z.B. Lizenzen und Patente).

So wird der operative Gewinn unverzerrt dargestellt, was Verantwortlichen und Investoren auf einen Blick erkennen lässt, wie ein Unternehmen im vergangenen Jahr in seinem operativen Geschäft performt hat.

Wie unterscheidet sich EBITA von anderen Kennwerten?

Neben dem EBITA-Wert gibt es noch einige andere Kennzahlen, z.B. die häufiger gebrauchten EBIT- und EBITDA-Kennzahlen. Beim EBIT wird lediglich der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern dargestellt.

Beim EBITDA werden dagegen zusätzlich noch Abschreibungen auf materielle Werte aus dem operativen Ergebnis herausgerechnet (abgekürzt mit „Depreciation“ = Abschreibungen auf materielle Güter, z.B. Fahrzeuge, Maschinen und Büroinventar).

Diese Kennwerte sind je nach Unternehmen wichtig oder weniger wichtig. Unternehmen, bei denen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte nicht relevant sind oder es in jedem Geschäftsjahr zu starken Schwankungen kommen kann, für die sind EBITA- und EBITDA-Werte interessanter als der EBIT, da bei diesen das operative Ergebnis klarer zum Vorschein kommt.

Darum ist der EBITA-Wert für Investoren wichtig

Für Investoren und Kreditgeber spielt der EBITA-Wert eine wichtige Rolle bei der Beurteilung der finanziellen Performance eines Unternehmens. Der EBITA-Wert stellt die operative Leistung des Unternehmens genau dar, denn er zeigt, wie hoch der Gewinn aus dem Kerngeschäft des Unternehmens im vergangenen Geschäftsjahr war.

Geht es um den Vergleich der operativen Leistungsfähigkeit verschiedener Unternehmen, wird der EBITA-Wert ebenfalls gerne als Vergleichskennzahl genommen. Vor allem bei Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern ist das von Vorteil, da die Besteuerung in jedem Land unterschiedlich ist.

Außerdem haben manche Unternehmen mehr Schulden als andere, und die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte fallen unterschiedlich ins Gewicht.

Der EBITA-Wert lässt somit einen unverzerrten Unternehmensvergleich über Landesgrenzen, Finanzierungsstruktur und Abschreibungspolitik des Unternehmens hinweg zu. So können Investoren besser beurteilen, wie stark ein Unternehmen in seinem operativen Geschäft ist, und daraus ableiten, ob sich eine Investition lohnt.

Im Falle von Kreditgebern lässt sich anhand des EBITA-Werts beurteilen, wie gut das Unternehmen in der Lage sein wird, aus dem Gewinn in seinem operativen Geschäft Kredite zurückzuzahlen. Je besser ein Unternehmen in seinem operativen Bereich ist, desto günstigere Kreditbedingungen erhält es, weil die Kreditgeber ein geringeres Risiko für einen Kreditausfall fürchten müssen.

Wann der EBITA-Wert an seine Aussagegrenzen stößt

Der EBITA-Wert hat zwar in vielen Fällen eine hohe Aussagekraft, wenn das operative Ergebnis eines Unternehmens beurteilt werden soll. Doch als alleiniger Performance-Indikator sollte er niemals genommen werden.

Der EBITA (genau wie EBIT und EBITDA) ignoriert die Kapitalstruktur eines Unternehmens. Es wird daraus nicht ersichtlich, wie hoch die Anteile an Eigen- und Fremdkapital sind. Für Investoren spielt das jedoch eine wichtige Rolle.

Hat ein Unternehmen beispielsweise eine hohe Fremdkapitalquote, bedeutet das, dass es sich auf Pump finanziert und möglicherweise hohe Schulden hat und nur auf diese Weise sein operatives Geschäft finanzieren kann. Besonders wenn es um die Investition in Startups geht, kann das problematisch werden, da sich diese häufig aus überwiegend Fremdkapital finanzieren.

Fazit: EBITA als wichtiger Kennwert, aber mit Grenzen

EBITA ist ein guter Indikator für die operative Performance eines Unternehmens, da es das Unternehmensergebnis unverzerrt darstellt. Es werden dabei weder Zinsen, Steuern noch Abschreibungen auf immaterielle Güter berücksichtigt.

Als alleinige Beurteilung der Geschäftsfähigkeit eines Unternehmens reicht der EBITA-Wert jedoch nicht aus. Insbesondere die Kapitalstruktur des Unternehmens geht daraus nicht hervor. Für Investoren und Geldgeber ist diese jedoch wichtig, wenn es um die Beurteilung der Bonität geht.

Anstatt nur auf die operativen Ergebnisse zu schauen, empfiehlt sich für Investoren daher ein tieferer Blick in die Finanzen eines Unternehmens, zum Beispiel in die Bilanz, wo die Kapitalstruktur genau aufgeschlüsselt ist.

Das könnte Dich auch interessieren

Hochkarätiger Comedy-Abend im Barmer Bahnhof

Beschädigte Busscheibe auf der Briller Straße – Polizei sucht Zeugen

Verkehrsunfall auf der A43 am Autobahnkreuz Wuppertal-Nord