Auf dem ehemaligen Schaeffler-Areal in Wuppertal-Varresbeck schreitet die Umgestaltung des Geländes sichtbar voran. Neben neuen Gewerbeflächen entsteht dort mit dem Bergischen Bildungscampus ein regionales Ausbildungszentrum für die Metall- und Elektroindustrie.
Der Bildungscampus wird künftig die bislang in Velbert ansässige Gemeinschaftswerkstatt aufnehmen. Der Umzug ist für den Sommer vorgesehen. Zusätzlich wird die Kraftfahrzeug-Innung Flächen innerhalb des Campus nutzen. Neben der ehemaligen Ausbildungshalle wird auch ein benachbartes Verwaltungsgebäude in das Konzept eingebunden. Dort laufen derzeit umfangreiche Umbauarbeiten. Geplant sind moderne Schulungsräume sowie Büroflächen für die Verwaltung des Campus.
Parallel dazu werden infrastrukturelle Voraussetzungen für den künftigen Betrieb geschaffen. Dazu gehören Gespräche über eine verbesserte Anbindung des Standorts an den öffentlichen Nahverkehr. Ziel ist es, insbesondere minderjährigen Auszubildenden einen sicheren und verlässlichen Arbeitsweg zu ermöglichen. Das Lehrpersonal des bisherigen Standorts soll weitgehend übernommen werden.
Der Bildungscampus soll sich zu einem zentralen Baustein der Fachkräftesicherung im Bergischen Städtedreieck entwickeln. Neben der klassischen Ausbildung sind Kooperationen mit Unternehmen sowie Angebote zur Berufsorientierung vorgesehen. Geplant sind unter anderem Schülerpraktika und Bildungspartnerschaften mit regionalen Betrieben.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf einer Berufsorientierungsmaßnahme für Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen. Angesprochen werden unter anderem junge Menschen ohne Schulabschluss, Jugendliche mit geringer beruflicher Orientierung sowie junge Geflüchtete mit Bleibeperspektive und ausreichenden Deutschkenntnissen. Das Programm verbindet Praktika in verschiedenen Industrieberufen mit fachlicher Förderung und finanzieller Unterstützung. Ziel ist die Vermittlung geeigneter Teilnehmer in Ausbildungs- und Arbeitsverhältnisse bei Unternehmen der Region.
Auch die gewerbliche Entwicklung des Areals kommt voran. Im nördlichen Bereich des Geländes entstehen derzeit neue Hallen. Die Tragwerksarbeiten sind weit fortgeschritten, sodass die künftigen Gebäude bereits deutlich erkennbar sind. Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts wird für den Herbst erwartet. Für diesen Bereich konnte bereits ein erster Mieter gewonnen werden.
Für weitere Bauabschnitte liegen inzwischen Genehmigungen vor oder befinden sich im Verfahren. Nach Angaben des Projektentwicklers ist die Nachfrage nach den entstehenden Gewerbeflächen hoch. Mit dem sichtbaren Fortschritt der Bauarbeiten habe das Interesse potenzieller Nutzer nochmals zugenommen.
In der historischen Sheddach-Halle wurden bereits erste Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen. Ein Teil des Gebäudes ist seit Mai an einen neuen Nutzer übergeben worden. Weitere Arbeiten konzentrieren sich insbesondere auf die denkmalgerechte Erneuerung der Fenster. Dabei soll das charakteristische Erscheinungsbild der Industriearchitektur erhalten bleiben.
Kritische Stimmen begleiten die Entwicklung dennoch. Aus Sicht einiger Stadtentwickler wird das Potenzial der direkt angrenzenden Nordbahntrasse bislang nicht ausreichend genutzt. Sie plädieren für eine stärkere Öffnung des Geländes zur beliebten Freizeit- und Radverkehrsachse und schlagen ergänzende Nutzungen wie kleinteilige Gewerbeangebote oder freizeitorientierte Einrichtungen vor.
Vertreter der regionalen Wirtschaft bewerten das Projekt dagegen als wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung des Standorts. Der neue Bildungscampus verknüpfe berufliche Qualifizierung, wirtschaftliche Entwicklung und die Zusammenarbeit von Unternehmen in der Region. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels komme dem Vorhaben eine zentrale Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit des Bergischen Städtedreiecks zu.
Ehemaliges Schaeffler-Gelände in Wuppertal entwickelt sich zum Bildungs- und Gewerbestandort
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