Mit einer Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof Norrenberger Straße in Wuppertal-Barmen ist am Donnerstag an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland erinnert worden. Die evangelische Kirchengemeinde Langerfeld hatte bereits zum 41. Mal zu der Feierstunde eingeladen.
Im Mittelpunkt des Gedenkens standen die Opfer des Nationalsozialismus sowie die Erinnerung an das Kriegsende am 8. Mai 1945, das zugleich das Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft markierte. Rund 30 Teilnehmer versammelten sich an der Gedenkstätte für die Gräber von 184 verstorbenen russischen und polnischen Zwangsarbeitern. Bereits auf dem Weg zur Veranstaltung wurde mit einer Schweigeminute der Opfer der Bombenangriffe in Heckinghausen gedacht.
Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Gruppe „Carmina venti“, die mit ihren Gamshornblasinstrumenten den feierlichen Rahmen unterstrich. Durch das Programm führte Gemeindepfarrerin Judith Denker.
Oberbürgermeisterin Miriam Scherff erinnerte in ihrem Beitrag an die historischen Folgen der nationalsozialistischen Diktatur und mahnte zu Wachsamkeit gegenüber Ausgrenzung, Menschenfeindlichkeit und gesellschaftlicher Spaltung. Sie betonte die Verantwortung, Krieg und Gewalt niemals als gesellschaftliche Normalität hinzunehmen. Mit Blick auf aktuelle internationale Konflikte verwies sie auf das Leid der Zivilbevölkerung und unterstrich die Bedeutung eines friedlichen Zusammenlebens.
Auch Heckinghausens Bezirksbürgermeister Stefan Kühn erinnerte an die Opfer des Zweiten Weltkriegs und die Verbrechen des NS-Regimes. Er sprach von Millionen Toten und hob die Bedeutung der Menschenwürde als grundlegenden Wert der demokratischen Gesellschaft hervor. Zugleich appellierte er, die Erinnerung an die Ereignisse nicht auf einen einzelnen Gedenktag zu beschränken, sondern dauerhaft im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern.
Die Autorin Marina Jenkner schilderte anschließend die Geschichte eines schwer verletzten deutschen Soldaten, der während des Krieges in Russland von einer Frau gepflegt und gerettet wurde. Der Beitrag stellte Menschlichkeit und Mitgefühl über nationale Feindbilder.
Felix Wiese von der Kreisvereinigung Wuppertal der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes erinnerte daran, dass nach dem Ende des Krieges zahlreiche ehemalige Unterstützer des NS-Regimes weiterhin gesellschaftlichen Einfluss ausübten. Er warnte vor neuen faschistischen Entwicklungen und rief zu demokratischer Wachsamkeit auf.
Superintendentin Katharina Pött betonte in ihrem Beitrag, dass Kriege nicht erst mit militärischen Angriffen beginnen, sondern bereits dort, wo Ausgrenzung, Unrecht und gesellschaftliche Spaltung entstehen.
Thematisiert wurde auch die unterschiedliche Erinnerungskultur in Europa. Während in Deutschland und weiten Teilen Westeuropas der 8. Mai vor allem als Tag des stillen Gedenkens begangen wird, steht in Russland traditionell der 9. Mai mit militärischen Feierlichkeiten im Mittelpunkt. Hintergrund ist die Zeitverschiebung bei der Unterzeichnung der deutschen Kapitulation im Jahr 1945.
Gedenkveranstaltung erinnert an das Ende des Zweiten Weltkriegs
Wtotal/CCA