Wuppertal – Arbeitsunfälle auf Baustellen, insbesondere durch ungesicherte Deckendurchbrüche, führen jedes Jahr zu zahlreichen schweren Verletzungen. Ein Forschungsprojekt der Bergischen Universität Wuppertal (BUW) hat nun ein neuartiges Konzept entwickelt, das die Sicherheit auf Baustellen erheblich erhöhen soll. Für seine Arbeit wurde Bauingenieur Robin Becker im Rahmen der Messe „bauma“ mit dem renommierten „EuroTest-Preis 2025“ ausgezeichnet.
Deckendurchbrüche sind auf Baustellen unverzichtbar, um Durchlässe für Rohre, Kabel oder Treppen zu schaffen. Üblicherweise werden diese Öffnungen durch individuell angepasste Bauhölzer während des Betonierens geformt. Nach Abschluss dieser Arbeiten bleiben die Durchbrüche jedoch oft unzureichend gesichert, was erhebliche Risiken birgt: Menschen können in die Öffnungen stürzen, Werkzeuge oder Baumaterialien herabfallen und weitere Schäden verursachen. Bislang fehlte ein standardisiertes System, das einen umfassenden Schutz während der Bauphase gewährleistet.
Im Rahmen seiner Doktorarbeit am Lehrstuhl für Baubetrieb und Bauwirtschaft unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Manfred Helmus entwickelte Robin Becker gemeinsam mit dem Wuppertaler Ingenieur Burkhard Krüger eine Weiterentwicklung eines bestehenden Patents. Ziel der Zusammenarbeit war es, die technische Machbarkeit eines sicheren Systems für Deckendurchbrüche zu prüfen und in die Praxis umzusetzen.
Das Ergebnis ist ein luftgefüllter Hohlkörper aus robuster Gewebefolie, der die Deckenöffnung vollständig verschließt. Während des Bauprozesses bleibt die Konstruktion an Ort und Stelle und dient nach der Betonage als dauerhafte Durchbruchsicherung. Dank seiner Stabilität kann der Schutzkörper auch als Trittfläche genutzt werden. Ein integrierter Drucksensor überwacht kontinuierlich den Luftdruck im Inneren, um etwaige Gefährdungen frühzeitig zu erkennen.
Kommt es zu einem plötzlichen Druckabfall oder einer Überbelastung, wird durch ein akustisches Warnsignal sofort Alarm ausgelöst. Auf diese Weise können Bauarbeiter rechtzeitig reagieren und den Gefahrenbereich verlassen.
Das flexible System ermöglicht sowohl runde als auch eckige Deckendurchbrüche in unterschiedlichen Größen. Darüber hinaus trägt das Konzept auch zur Nachhaltigkeit bei, da es wiederverwendbar ist und somit zur Reduzierung von Baustellenabfällen beiträgt. Der nächste Schritt des Projekts ist die Erlangung der bauaufsichtlichen Zulassung, um den Einsatz auf Baustellen bundesweit zu ermöglichen.
Innovatives Uni-Projekt aus Wuppertal verbessert Sicherheit auf Baustellen
Danielh/CCA