In der Schwimmoper Wuppertal soll künftig Künstliche Intelligenz zur Unterstützung der Badeaufsicht eingesetzt werden. Der Rat der Stadt hat beschlossen, für die Einführung eines entsprechenden Systems rund 200.000 Euro bereitzustellen. Ziel ist es, Gefahrensituationen im Wasser schneller zu erkennen und die Sicherheit der Badegäste zu erhöhen.
Die geplante Technik basiert auf Kameras und einer speziellen Software, die ungewöhnliche Bewegungsmuster im Becken registriert. Erkennt das System Auffälligkeiten, etwa eine regungslose Person unter Wasser, wird das Aufsichtspersonal unmittelbar alarmiert und zur betroffenen Stelle geleitet. Auslöser für die verstärkte Diskussion über solche Systeme sind mehrere schwere Badeunfälle in deutschen Schwimmbädern in den vergangenen Jahren.
Nach Angaben der Stadtverwaltung beschäftigt sich Wuppertal bereits seit längerer Zeit mit entsprechenden Lösungen. Dabei wurden auch Erfahrungen anderer Städte ausgewertet, unter anderem bei einem Vor-Ort-Termin in Mönchengladbach. Die Umsetzung des Projekts hängt allerdings noch von der Genehmigung des Haushaltssicherungskonzepts durch die Bezirksregierung ab.
Die Stadt betont, dass die Technik nicht als Ersatz für das Badpersonal vorgesehen ist. Vielmehr solle das System die Mitarbeiter unterstützen, kritische Situationen schneller wahrzunehmen und rascher eingreifen zu können. Gerade in stark frequentierten Schwimmbädern sei es kaum möglich, jederzeit sämtliche Bereiche der Wasserflächen gleichzeitig im Blick zu behalten.
Die Schwimmoper wurde als erster Standort ausgewählt, da sie mit rund 200.000 Besuchern pro Jahr das meistgenutzte Bad der Stadt ist. Neben öffentlichen Badegästen nutzen auch Schulen und Vereine die Anlage regelmäßig. Eine Einführung der Technik in weiteren Wuppertaler Bädern ist derzeit nicht vorgesehen.
In Freibädern gestaltet sich die Installation deutlich aufwendiger. Dort fehlen häufig geeignete Befestigungsmöglichkeiten für die Kameratechnik, sodass zusätzliche Masten oder andere bauliche Maßnahmen erforderlich wären. Beim Freibad Mählersbeck existieren zwar bereits vorbereitete Leitungswege, eine konkrete Umsetzung ist bislang jedoch offen.
Auch datenschutzrechtliche Fragen wurden im Vorfeld geprüft. Nach Angaben der Stadt sollen die vorgesehenen Systeme weder Videos noch Fotos speichern. Die Technik analysiert ausschließlich Bewegungsmuster im Wasser und beschränkt sich auf die Überwachung der Beckenflächen. Im Alarmfall erhält das Aufsichtspersonal über mobile Endgeräte einen Hinweis auf die genaue Position der betroffenen Person.
Vor einer endgültigen Einführung ist zunächst eine Testphase vorgesehen. Dabei soll das System an die baulichen Gegebenheiten der Schwimmoper angepasst werden, darunter Deckenhöhe, Lichtverhältnisse und Wasserflächen. Parallel bereitet die Stadt die Ausschreibung für die technische Umsetzung vor.
KI-System soll Sicherheit in Wuppertals Schwimmoper verbessern
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